Giacomettis große Liebe

Die Sammlung Goetz ist Förderer der Filminstallation Flora von Hubbard / Birchler im Schweizer Pavillon auf der Biennale 2017 in Venedig

Hubbard

Flora Mayo war die erste große Liebe von Alberto Giacometti. Die beiden lernten sich während ihres Kunststudiums in Paris kennen. Er wurde ein weltberühmter Künstler, sie geriet hingegen in Vergessenheit. In Giacomettis offizieller Biografie spielt Flora Mayo nur eine Nebenrolle. Eine Schwarzweißfotografie zeigt die beiden in jungen Jahren neben einer Büste aus ungebranntem Ton, die Mayo von ihrem Geliebten gemacht hatte. Dieses Bild faszinierte das Künstlerduo Teresa Hubbard und Alexander Birchler so sehr, dass sie die Geschichte von Flora Mayo erforschten und in einer Filminstallation verarbeiteten. Bei ihren Recherchen fanden sie heraus, dass aus der Beziehung zwischen Giacometti und Mayo ein Sohn hervorgegangen war, der jedoch nichts von seinem berühmten Vater und der künstlerischen Vergangenheit seiner Mutter wusste. In ihrer 2-Kanal-Video-Installation Flora (2017), die derzeit im Schweizer Pavillon auf der Biennale in Venedig zu sehen ist, verknüpfen Hubbard / Birchler das dokumentarische Filmmaterial mit fiktiven Szenen. In einem Kabinett ist außerdem die rekonstruierte Büste Bust (2017) zusammen mit dem historischen Foto ausgestellt.

Die Amerikanerin Teresa Hubbard und der Schweizer Alexander Birchler arbeiten seit 1990 zusammen und sind – wie damals Mayo und Giacometti – auch privat ein Paar. In ihrer narrativen Filminstallation beschreiten sie Grenzbereiche zwischen Realität und Fiktion, in die Erinnerungen, Wunschvorstelllungen und autobiografische Erlebnisse mit einfließen. Die Sammlung Goetz, die bereits zentrale Arbeiten des Künstlerpaares besitzt, wie die Trilogie Gregor‘s Room (1998/99), Eight (2001), House with a Pool (2004), hat die Entstehung von Flora durch einen frühen Ankauf gefördert.

Flora ist nicht nur eine Hommage an die in Vergessenheit geratene Künstlerin, sondern ehrt auch den Schweizer Bildhauer Alberto Giacometti, der sich als transnationaler Künstler verstand und es ein Leben lang abgelehnt hatte in dem von seinem Bruder errichteten Pavillon seines Heimatlandes auszustellen.

Der zweite Beitrag im Schweizer Pavillon zeigt eine Figurengruppe von Carol Bove, die sich auf das skulpturale Werk Femmes de Venise bezieht, das Giacometti 1962 für den internationalen Pavillon geschaffen hatte. Mit den Beiträgen von Hubbard / Birchler und Carol Bove lenkt der Kurator Philipp Kaiser – vor dem Hintergrund der Diskussion um das nationalstaatliche Konzept der Biennale – den Blick auf das Werk von Alberto Giacometti und sein komplexes Verhältnis zu Venedig.

 

Teresa Hubbard / Alexander Birchler
Flora 2017
Synchronized double-sided film installation with sound
30 mins, loop
Installation view: Swiss Pavilion, Venice Biennale 2017
Courtesy the artists, Tanya Bonakdar Gallery, New York
and Lora Reynolds Gallery, Austin
Photo credit: Ugo Carmeni

Hommage für Ingvild Goetz

IG-n

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat Ingvild Goetz gestern Abend mit einer feierlichen Zeremonie in Berlin als „herausragende Sammlerin und emphatische Vermittlerin zeitgenössischer Kunst ebenso wie als beispielhafte Mäzenin“ geehrt, „die die bürgerliche Idee generös und nachhaltig mit Leben erfüllt“. Dabei stand nicht nur die Schenkung ihres Privatmuseums und eines Teils ihrer Sammlung im Fokus, sondern auch ihr umfassendes soziales Engagement „sei es für die Unterstützung von Asylbewerbern oder für Menschen mit Essstörungen, sei es für die Ausbildung junger Mönche in Nepal oder für die Errichtung von Schulen in Mali.“ Die Laudatio hielt Chris Dercon, ehemaliger Direktor der Tate Modern und designierter Intendant der Volksbühne Berlin. Er lobte Ingvild Goetz als „Vorbild für viele andere Sammler, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.“

assume vivid astro focus für Sammlung Goetz

Schal 1 

Schrille Farben, überbordende Muster, phantasievolle Masken, Glitzerstaub und farbiges Neonlicht sind zum Markenzeichen des Künstlerduos assume vivid astro focus (avaf) geworden, die in ihrer Bildsprache zahlreiche Referenzen zur Populärkultur und Kunstgeschichte aufweisen. Unverkennbare Spuren wurden dabei nicht nur in Ausstellungen von namhaften Institutionen hinterlassen, sondern auch in Entwürfen für die Modewelt wie bei LeSportsac, Nike oder Marc Jacobs.

Exklusiv für die Sammlung Goetz hat Eli Sudbrack, der Gründer des Künstlerduos, einen Schal anlässlich der aktuellen Ausstellung entworfen. Das Motiv hat er einer seiner Wandtapeten      (sog. „Landschaften“) entnommen, die sich in seinem multimedialen Gesamtkunstwerk im unterirdischen Ausstellungsbereich Base 103 befindet.

Der Schal ist viereckig und lässt sich auf unterschiedliche Weise tragen. Diagonal zum Dreieckstuch gefaltet, kann man ihn entweder um den Hals binden oder ganz einfach über die Schultern tragen.

Der Schal kann in limitierter Auflage für 35 Euro im Shop der Sammlung Goetz erworben werden. Er ist vom Künstler signiert und mit einer Editionsnummer (Auflage 50) versehen.

Material: Polyester Chiffon
Maße: 117 x 117 cm

Exklusiv im Shop der Sammlung Goetz

http://www.assumevividastrofocus.com/page.html?id=41

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Sammlung Goetz

Mit der Plakataktion an der Rolltreppe Karlsplatz/Stachus präsentiert die Sammlung Goetz Fotografien von Rodney Graham im öffentlichen Raum

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Plakataktion mit Oak Trees, Red Bluff 1-8, 1993-2000, von Rodney Graham, Installationsansicht in der U-Bahnstation Karlsplatz/Stachus, Fotos: Thomas Dashuber

 

Für Irritationen bei den Fahrgästen der Münchner U-Bahn sorgt zurzeit die Plakataktion der Sammlung Goetz an der Station Karlsplatz/Stachus. Wo sonst Werbeplakate hängen, reihen sich nun die umgedrehten Baumbilder von Rodney Graham der Rolltreppe entlang. Diese ungewöhnlichen Fotografien des kanadischen Künstlers fußen auf seinen Experimenten mit der Camera obscura, die ein umgekehrtes Abbild der Wirklichkeit erzeugt. Die Serie Oak Trees, Red Bluff 1-8, 1993-2000, ließ er von einem professionellen Fotografen mit der Plattenkamera aufnehmen. „Ich war an dem Bild des umgekehrten Baumes, sowohl in symbolischer als auch in empirischer Hinsicht interessiert“, erklärt Graham die bizarren Auftragsporträts von Bäumen. Die Plakataktion ist noch bis 28.3. in der U-Bahnstation zu sehen.
Wer neugierig auf die humorvollen Arbeiten des kanadischen Konzeptkünstlers geworden ist, sollte seine große retrospektive Einzelausstellung in der Sammlung Goetz mit mehr als 40 Werken nicht verpassen.
http://www.sammlung-goetz.de/de/Ausstellungen/Aktuell/graham.htm

 

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Hommage an die Schönheit der Manifeste

Die Sammlung Goetz fördert die Entstehung einer großen Filminstallation

Julian Rosefeldt hat sich nie mit kleinen Projekten zufrieden gegeben und schon immer in großen Dimensionen gedacht. Mit seiner neuen Installation Manifesto ist ihm ein Coup gelungen, der seine früheren Arbeiten in den Schatten stellt. Für die Produktion seiner 13-Kanal-Fiminstallation konnte er die australische Schauspielerin Cate Blanchett gewinnen. Sie verkörpert darin zwölf unterschiedliche Charaktere von der Grundschullehrerin, über die Brokerin bis hin zur Obdachlosen.

Die Texte, die sie spricht, sind Zitate aus Künstlermanifesten vom Beginn bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, wie zum Beispiel von Kazimir Malevich, Filippo Tommaso Marinetti, Sol LeWitt oder Jim Jarmusch. Rosefeldt hat diese Zitate zu einer Textcollage zusammengesetzt und in der Gegenwart verortet, um zu zeigen, dass ihre flammenden Proteste auch heute noch relevant sind. „Manifesto ist eine Hommage an die Schönheit der künstlerischen Manifeste“, sagt Rosefeldt, „ein Manifest der Manifeste.“

Die Sammlung Goetz hat das ehrgeizige Projekt von Julian Rosefeldt schon in einem sehr frühen Stadium gefördert und besitzt deshalb die Nummer 1 einer Edition von insgesamt 6 identischen Exemplaren. Neben der 13-Kanal-Filminstallation mit einer Gesamtlänge von 130 Minuten umfasst der Ankauf auch eine 1-Kanal-Version. Mit Manifesto (2014/15) konnte die Sammlung Goetz ihren Bestand an Filmen und Installationen von Julian Rosefeldt um ein weiteres Schlüsselwerk ergänzen.

Ayzit Bostan für Sammlung Goetz

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Ayzit Bostan für Sammlung Goetz

Die Münchener Designerin hat eine Tasche für die Kunstsammlung entworfen

„Urban, intelligent und mit sich im Reinen“, beschreibt Ayzit Bostan ihren Stil. Exklusiv für die Sammlung Goetz hat die deutsch-türkische Modedesignerin eine Tasche entworfen. Sie besteht aus robustem schwarzem Baumwollstoff, hat zwei kurze Tragegriffe und einen langen Schulterriemen aus Leder. In ihrem zeitlos-puristischen Look orientiert sie sich an der Leather Tote Bag aus Ayzit Bostans Kollektion. Die Tasche in limitierter Auflage kann im Shop der Sammlung Goetz für 30 Euro erworben werden.

Ayzit Bostan ist eine Grenzgängerin zwischen den Disziplinen. So verkauft sie ihre minimaltisch-eleganten Kleider, T-Shirts und Sweaters mit den ikonischen Prints nicht nur in Boutiquen, ihre Arbeiten werden auch in Galerien und Museen gezeigt. Der Münchener Kunstverein hat eines ihrer T-Shirts als Sonderedition produziert. Für das internationale Taschenlabel von Philipp Bree entwirft sie seit einigen Saisons Taschen und Accessoires. Bostan ist auch als bildende Künstlerin aktiv, lehrt als Professorin an der Kunsthochschule in Kassel, arbeitet als Kostümbildnerin und in ihrer Freizeit als DJ.

Exklusiv im Shop der Sammlung Goetz