SAMMLUNG GOETZ

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Die Wohltat der Kunst. Post/Feministische Positionen der neunziger Jahre
02.12.2002–15.03.2003 | Sammlung Goetz

Gibt es eine postfeministische Perspektive in der Kunst nach 1990? Und wenn ja, wie verhält sie sich gegenüber den feministischen Positionen der 1960er- und 1970er-Jahre? Die Ausstellung Die Wohltat der Kunst in der Sammlung Goetz unternimmt den Versuch einer Standortbestimmung in der Gegenwartskunst.

Vor dem Hintergrund einer differenzierten Betrachtung der Geschlechterverhältnisse wirft die Ausstellung erneut Fragen zur Konstruktion von Körperkonzepten und Identitätszuschreibungen auf. Der Begriff des Postfeminismus im Untertitel zielt dabei nicht auf eine Abgrenzung zu den feministischen Konzepten der 1970er-Jahre, sondern unterzieht sie vielmehr einer Revision.
Ausgehend von der Beobachtung, dass es eine starke Präsenz von Künstlerinnen im Ausstellungsbetrieb der 1990er-Jahre gibt, zeigt die Ausstellung Werke von 15 Künstlerinnen und zwei Künstlern, die sich kritisch mit dem Bild des Körpers in unserer Gesellschaft und der Einschreibung von Machtverhältnissen befassen. Dieses Thema ist auch einer der Sammlungsschwerpunkte von Ingvild Goetz: „Ich möchte mit meiner Sammlung wach rütteln oder aufmerksam machen, und zwar nicht nur in einem politischen Sinn, sondern auch durch sehr gute, ästhetisch in sich gute Kunst.“ Viele der gezeigten Arbeiten sind aus den Bereichen Fotografie und Video. Sie setzten sich kritisch mit den in den Medien geformten Körperbildern auseinander.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden entwickelt und war dort in veränderter Form vom 14. September bis 10. November 2002 zu sehen. Anders als in Baden-Baden fehlen in der Ausstellung im Ausstellungsgebäude der Sammlung Goetz Werke von Karen Kilimnik, da sie in The Mystery of Painting mit einem eigenen Raum vertreten war, genauso wie Mike Kelley, dessen Unisex Lovenest von Juni bis November 2000 in der Sammlung zu sehen war, und Andrea Zittel, der die nächste Ausstellung gewidmet sein wird.

Matthew Barney, Rineke Dijkstra, Tracey Emin, Mona Hatoum, Jonathan Horowitz, Sarah Jones, Sarah Lucas, Tracey Moffatt, Cady Noland, Catherine Opie, Pipilotti Rist, Daniela Rossell, Cindy Sherman, Ann-Sofi Sidén, Sam Taylor-Wood, Gillian Wearing, Sue Williams

Videoprogramm zur Ausstellung in der Filmbox:
Ann-Sofi Sidén QM, I Think I Call Her QM, 1997
Tracey Emin Why I Never Became a Dancer, 1995
02.12.2002–03.01.2003

Sam Taylor-Wood Knackered, 1996
Gillian Wearing I Love You, 1999
07.01.–31.01.2003

Rineke Dijkstra The Buzzclub, Liverpool, UK / Mysteryworld, Zaandam, NL, 1996/97
03.02.–14.02.2003

Rineke Dijkstra Annemiek, 1997
17.02.–28.02.2003

Tracey Moffatt Night Cries, 1989; Heaven, 1997
03.03.–29.03.2003

Weitere Stationen der Ausstellung unter dem Titel Just love me:
Kunstmuseum Bergen, NO
22.08.–26.10.2003

Fries Museum Leeuwarden, Leeuwarden, NL
24.04.–21.06.2004