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Hommage an die Schönheit der Manifeste

Die Sammlung Goetz fördert die Entstehung einer großen Filminstallation

Julian Rosefeldt hat sich nie mit kleinen Projekten zufrieden gegeben und schon immer in großen Dimensionen gedacht. Mit seiner neuen Installation Manifesto ist ihm ein Coup gelungen, der seine früheren Arbeiten in den Schatten stellt. Für die Produktion seiner 13-Kanal-Fiminstallation konnte er die australische Schauspielerin Cate Blanchett gewinnen. Sie verkörpert darin zwölf unterschiedliche Charaktere von der Grundschullehrerin, über die Brokerin bis hin zur Obdachlosen.

Die Texte, die sie spricht, sind Zitate aus Künstlermanifesten vom Beginn bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, wie zum Beispiel von Kazimir Malevich, Filippo Tommaso Marinetti, Sol LeWitt oder Jim Jarmusch. Rosefeldt hat diese Zitate zu einer Textcollage zusammengesetzt und in der Gegenwart verortet, um zu zeigen, dass ihre flammenden Proteste auch heute noch relevant sind. „Manifesto ist eine Hommage an die Schönheit der künstlerischen Manifeste“, sagt Rosefeldt, „ein Manifest der Manifeste.“

Die Sammlung Goetz hat das ehrgeizige Projekt von Julian Rosefeldt schon in einem sehr frühen Stadium gefördert und besitzt deshalb die Nummer 1 einer Edition von insgesamt 6 identischen Exemplaren. Neben der 13-Kanal-Filminstallation mit einer Gesamtlänge von 130 Minuten umfasst der Ankauf auch eine 1-Kanal-Version. Mit Manifesto (2014/15) konnte die Sammlung Goetz ihren Bestand an Filmen und Installationen von Julian Rosefeldt um ein weiteres Schlüsselwerk ergänzen.