Der Eingangsbereich ist durch Glastüren sowohl von der Straßenseite als auch vom Garten aus erreichbar. Von dort führen Treppen in das Ober- und Untergeschoss des Gebäudes. Blendfreies und gleichmäßiges Tageslicht fällt durch das umlaufende Fensterband aus mattem Glas in die Ausstellungsräume.
Ausgangspunkt für diese zugleich zweckmäßige und raffinierte Lösung bildet eine offene Stahlbetonwanne mit den Maßen von 8 mal 24 mal 3 Metern, die bis zu ihrem oberen Rand im Grund versenkt wurde. Darauf ruhen zwei Stahlbetonbrücken, die eine Holzkonstruktion aus Pfosten und Riegel tragen. So entsteht von außen der Eindruck einer schwebenden „Kiste“ aus Birkenholz. Im Inneren schaffen die gemauerten und einfach verputzten Wände im Zusammenspiel mit den bündig eingelassenen Fenstern ein harmonisches Raumgefüge.
Das Frühwerk von Herzog & de Meuron gehört zu den Ikonen der zeitgenössischen Architektur. Es handelt sich um ihr erstes Ausstellungsgebäude und machte sie international bekannt. Die Sammlerin Ingvild Goetz hatte es ursprünglich als privates Sammlerhaus geplant, aber schon kurz nach der Einweihung 1993 auch für das Publikum geöffnet. 2014 schenkte sie das Gebäude und das Grundstück dem Freistaat Bayern, der er es gemäß dem Wunsch der Sammlerin als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst fortführt.
Nach rund 30 Jahren intensiven Ausstellungsbetriebs waren umfangreichere Ertüchtigungs- und Modernisierungsarbeiten erforderlich. Im Rahmen der baulichen Voruntersuchungen stellte sich jedoch heraus, dass das Gebäude nicht mehr sanierungsfähig ist. Das ursprüngliche Stammhaus der Sammlung Goetz bleibt deshalb dauerhaft geschlossen.