Filmprogramm zu Jeff Wall im Sammlung Goetz /Studio

Jeff Wall hat sich intensiv mit dem Verhältnis von Fotografie und Film im 20. Jahrhundert auseinandergesetzt. Aus der Beschäftigung mit Filmtheorie, Autorenkino und filmischen Produktionsweisen entwickelte er sein eigenes künstlerisches Konzept der cinematografischen Fotografie. Besonders begeisterten ihn europäische Arthouse-Filme von Regisseuren wie Robert Bresson, Ingmar Bergmann und Rainer Werner Fassbinder. 1973 begann er zusammen mit Ian Wallace und Rodney Graham sogar selbst einen Film zu drehen. Obwohl das Gemeinschaftsprojekt nie vollendet wurde, inspirierte ihn die Idee des Geschichtenerzählens in bewegten Bildern. 

Wall inszeniert seine Fotografien mit aufwendiger Lichtsetzung, ausgewählten Darstellern und Darstellerinnen sowie sorgfältig gewählten Schauplätzen. Dennoch lehnt er die Bezeichnung „staged photography“ für seine Arbeit ab. In einem Interview von 2024 erklärte er, dass seine Arbeitsweise stärker von der Fotografie im Film als vom Theater beeinflusst sei. Seine Fotografien wirken wie Standbilder zu einem Film, der nie gedreht wurde. 

Anlässlich der Einzelausstellung von Jeff Wall im /Schaufenster zeigt die Sammlung Goetz im /Studio gleich nebenan ausgewählte Filme von David Claerbout, Stan Douglas, Teresa Hubbard / Alexander Birchler und Rodney Graham aus dem Bestand der Medienkunstsammlung. Das Filmprogramm wird als Loop auf IPads mit Kopfhören präsentiert.