Sammlungsbereiche

Malerei, Skulptur und Installation

Die Sammlung Goetz entwickelte sich auf Basis der Werke, die noch aus der früheren Tätigkeit der Sammlerin als Galeristin in den 1960er und 1970er Jahren stammen. Einen Rückblick auf die Anfänge vermittelt der Katalog zur Ausstellung Happy Birthday. 20 Jahre Sammlung Goetz, der 2013 anlässlich des Jubiläums erschienen ist.

Die Bestände aus der Galeriezeit bildeten auch den Ausgangspunkt für die Konzentration auf die Arte Povera zu Beginn der 1990er Jahre. Mit dem Interesse für die jeweilige Gegenwart kamen dann die Young British Artists sowie die amerikanische Malerei und Skulptur als neue Sammlungsschwerpunkte hinzu. Künstlerische Gruppierungen und wichtige Einzelpositionen wie Thomas Schütte, Roni Horn, Cindy Sherman, Peter Fischli/David Weiss, Mona Hatoum, Michael Buthe, Ulrike Ottinger, Rodney Graham, Mike Kelley und Matthew Barney wurden bereits schon seit Beginn in ihrer gesamten medialen Vielfalt gesammelt. Dieser gattungsübergreifende Ansatz der Sammlung Goetz wird auch in den großen thematischen Überblicksausstellungen wie Imagination Becomes Reality (2007) im ZKM in Karlsruhe, When Now is Minimal (2013) im Neuen Museum Nürnberg und im Museion in Bozen (2014), sowie Inszeniert! (2016) in der Kunsthalle München sichtbar.

Neben der Ergänzung bereits bestehender Positionen wird die Sammlung Goetz durch Neu- bzw. Wiederentdeckungen erweitert. Als neuere Sammelgebiete kamen die italienische Kunst der 1960er und 1970er Jahre, die in der Kooperationsausstellung Tutto, 2018/19 in Bozen und 2019/20 im eigenen Haus vorgestellt wurde, sowie die japanische Avantgarde-Gruppe Gutai hinzu.

Malerei im Depot der Sammlung Goetz, © the artists, photo: Nikolas Winter

Fotografie

Die Fotografie spielt eine Sonderrolle als künstlerische Gattung in der Sammlung Goetz. Mit nahezu 1500 Werken ist sie nicht nur der umfangreichste Bereich innerhalb der Sammlung, sondern spannt auch zeitlich den weitesten Bogen. Angefangen von den Bewegungsstudien Eadweard Muybridges aus den 1880er Jahren und den Menschen des 20. Jahrhunderts von August Sander aus den 1920er Jahren reicht der Bestand über die Fotoleuchtkästen von Jeff Wall und Rodney Graham, den Methoden fotografischer Inszenierung von Cindy Sherman, Laurie Simmons und Thomas Demand bis hin zu den Fotoexperimenten von Wolfgang Tillmans aus dem 21. Jahrhundert. Innerhalb einer ansonsten zeitgenössischen Sammlung ist es ein besonderer Glücksfall, die Entwicklung eines Mediums verfolgen zu können, das wie kaum ein anderes vor allem das 20. Jahrhundert durchgehend geprägt hat.

Einen umfassenden Überblick auf die fotografische Sammlung vermittelt der Katalog Street Life & Home Stories, der 2011 anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Museum Villa Stuck, München, erschienen ist.

Arbeiten auf Papier

Mit mehr als 1000 Werken bilden die Arbeiten auf Papier einen Schwerpunkt in der Sammlung Goetz. Dabei handelt es sich um Zeichnungen, Lithografien, Collagen, Aquarelle und Radierungen bis hin zu umfangreichen Mappenwerken. Sie sind auch der Grundstock der Sammlung Goetz, denn einige der Werke kamen schon in den 1970er Jahren in die Sammlung als Ingvild Goetz einen Grafikverlag betrieb und eine Galerie gründete. Dazu gehören etwa die Arbeiten von Brice Maden, Sol Lewitt, Robert Mangold und Jannis Kounellis. Die grafische Sammlung vermittelt auch einen guten Überblick auf die Künstler*innen in der Sammlung Goetz, weil dort nahezu alle auch mit Arbeiten auf Papier vertreten sind.

Grafikmappen im Depot der Sammlung Goetz, photo: Nikolas Winter

Medienkunst

Ein jüngerer Sammlungsbereich ist die Medienkunst. Sie umfasst Filme, Videos, Diaprojektionen, umfangreiche Mehrkanal-Projektionen und raumgreifende Installationen. Mit mehr als 500 Werken ist die Medienkunstsammlung eine der größten weltweit. Ingvild Goetz hat diesen Bereich zu Beginn der 1990er Jahre für sich entdeckt, als die meisten Museen noch zögerten sich dieser künstlerischen Gattung zu öffnen. Denn die Herausforderungen für Lagerung, Erhalt, Pflege und Präsentation von Medienkunst sind andere als die der klassischen Kunstgattungen und durch die rasante Entwicklung neuer Technologien einem ständigen Wandel unterworfen. Die Schwerpunkte der Medienkunstsammlung liegen auf Werken aus den 1990er und 2000er Jahren, die in den Ausstellungskatalogen fast forward 1 und 2 gut dokumentiert sind. Dazu gehört der komplette CREMASTER-Zyklus von Matthew Barney, Installationen von Pipilotti Rist und Mike Kelley, Diaprojektionen von Peter Fischli/David Weiss oder Francis Alÿs sowie das filmische Werk von Ulrike Ottinger. Aber es werden auch Neuproduktionen in Auftrag gegeben, wie etwa Flora von Teresa Hubbard/Alexander Birchler für die Biennale in Venedig 2017 oder Cockaign. I am not sea, I am not land (2020) von Cyrill Lachauer, um die Sammlung zu ergänzen oder mit jüngeren Positionen weiter auszubauen.

Um den gewachsenen Medienbestand adäquat präsentieren zu können, würde das Gebäude der Sammlung Goetz durch den unterirdischen Ausstellungsbereich BASE 103 erweitert.

Medienarbeiten im Depot der Sammlung Goetz, photo: Nikolas Winter

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