Cindy Sherman hat mit ihren Fotografien die Kunst des 20. Jahrhunderts nachhaltig geprägt und zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen unserer Zeit. Die Sammlung Goetz besitzt umfangreiche Konvolute aus nahezu allen Phasen ihres mehr als 50-jährigen Schaffens. In fast allen Werkgruppen Shermans sind Kleidung und Verkleidung wesentliche Bestandteile ihrer künstlerischen Inszenierungsstrategie.
Zwischen 1983 und 1994 widmete sich die Künstlerin explizit der Bildsprache der Modewelt und der Kleidung als Bildgegenstand. Dabei reproduzieren Shermans Fotografien keinesfalls Bilder einer idealisierten weiblichen Schönheit. Vielmehr zeigt ihre Fashion-Serie die groteske Theatralik von Charakteren und Körpern. Die Bilder wirken wie Parodien auf die klassische Modefotografie und wurden deshalb auch als Anti-Fashion bezeichnet. In den Fotografien der 1990er-Jahre treten die Protagonistinnen wieder mehr in den Hintergrund, während stereotype Figuren und die Kleidung selbst in den Fokus rücken. Neben ihrer Werkserie zum Thema Mode hat Sherman mehrfach Fotografien außerhalb des Kunstkontextes veröffentlicht und Bildstrecken für Modemagazine und Marken produziert, darunter eine Werbestrecke für die New Yorker High-End-Boutique Dianne Benson (1983), eine Kampagne für Comme des Garçons (1994) und Werbung für eine Produktkollektion von MAC Cosmetics (2011).
Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster präsentiert eine Auswahl der Werke aus ihrer Fashion-Serie ergänzt durch Fotografien aus anderen Werkgruppen aus dem Sammlungsbestand.
Kuratiert von Karsten Löckemann (Hauptkurator Sammlung Goetz) mit Anna Reimnitz (Wiss. Volontärin)