Sammlung Goetz /Schaufenster

Elmgreen & Dragset. Handle with Care

Mit Handle with Care eröffnen Elmgreen & Dragset das neue Schaufenster der Sammlung Goetz in München. Im Zusammenspiel mit Werken von Rosemarie Trockel, Cindy Sherman, Richard Prince und Tom Sachs entsteht ein vielschichtiger Parcours, der Fragen nach Verletzlichkeit, Identität und den Spannungsfeldern zwischen privatem und öffentlichem Raum aufwirft.

Die Sammlung Goetz hat einen neuen Ausstellungsort als Zwischennutzung in der Pacellistraße im Herzen von München. Es handelt sich dabei um einen Raum mit bodentiefen Fenstern in der Ladenzeile der Neuen Maxburg von Sep Ruf. Der neue Ort soll die Funktion eines Schaufensters haben, durch das die Sammlung Goetz auch während der Schließung des Stammhauses in Oberföhring sichtbar bleibt. Der Name „Schaufenster“ bezieht sich sowohl auf die Lage des neuen Ausstellungsraumes als auch auf das kuratorische Konzept, das dafür entwickelt wurde. Es sieht die Präsentation von wichtigen künstlerischen Positionen aus dem Bestand der Sammlung Goetz in kuratierten Wechselausstellungen vor.

Den Anfang macht das skandinavische Künstlerduo Elmgreen & Dragset mit der Ausstellung Handle with Care. Der doppeldeutige Titel verweist einerseits auf den bekannten Warnhinweis, wie er häufig auf Kisten bei Kunsttransporten zu finden ist, andererseits aber auch auf die Fürsorge im menschlichen Miteinander. In diesem Spannungsfeld bewegen sich viele Werke von Elmgreen & Dragset. In ihren raumgreifenden Installationen verwenden sie häufig lebensgroße, naturalistische Abbildungen von Menschen in Alltagskleidung, die sie in irritierenden Situationen inszenieren. Das in Berlin lebende Künstlerduo, das aus Michael Elmgreen (*1961, Kopenhagen) und Ingar Dragset (*1969, Trondheim) besteht, arbeitet seit 1995 zusammen. Sie hatten weltweit Einzelausstellungen in namhaften Institutionen wie der Tate Modern und dem Victoria & Albert Museum in London, der National Gallery of Denmark in Kopenhagen und der Fondazione Prada in Mailand.

Elmgreen & Dragset sind nicht nur für ihr subversives, sozialkritisches Werk und ihren hintergründigen Humor bekannt, sondern auch für ihre kuratorischen Konzepte, in denen sie in Dialog mit dem jeweiligen Ort treten. Dazu gehören ihre vielbeachtete Ausstellung The Collectors im dänischen und im nordischen Pavillon auf der 53. Biennale di Venezia (2009), die Ausstellung Silent Wishes and Broken Dreams in der Bayerischen Staatsoper (2011) und A Space Called Public (2013), in der sie die Bedeutung des öffentlichen Raums in München untersuchten. Für das Schaufenster, den neuen Ausstellungsort der Sammlung Goetz in der Pacellistraße, haben sie ein Ausstellungskonzept mit ihren Werken aus dem Sammlungsbestand entwickelt, das nicht nur in den Dialog mit dem Ort tritt, sondern auch Werke von anderen Künstlerinnen und Künstlern miteinbezieht. So schaffen sie mit Strickbildern von Rosemarie Trockel, inszenierten Selbstporträts von Cindy Sherman und Richard Prince, der eingebrannten überdimensionalen Dollarnote von Tom Sachs einen Parcours zwischen privatem und öffentlichem Raum und werfen damit Fragen zur Kommerzialisierung von Kunst, der Fragilität menschlicher Identitäten und der zunehmenden Einsamkeit menschlicher Individuen in einer immer rauer werdenden Welt auf. 

Konzept: Elmgreen & Dragset; Kurator: Karsten Löckemann

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Q & A mit Michael Elmgreen und Ingar Dragset

“Fürsorge, Einsamkeit und Fragilität gehören seit jeher zum menschlichen Dasein…”
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Cyrill Lachauer. The Sunset Route

| Kunstpalais Erlangen

feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm

In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.

 

Laurie Simmons. Dollhouse Photographs

| Deutsches Theatermuseum

Die US-amerikanische Künstlerin Laurie Simmons ist bekannt für ihre inszenierten Fotografien, auf denen sie Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern in häuslichen Interieurs präsentiert. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Sammlung Goetz, dem Theatermuseum sowie dem Filmfest München und zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren.

Sterling Ruby

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der in Los Angeles lebende US-amerikanische Künstler Sterling Ruby ist für sein gattungsübergreifendes Werk bekannt, das von Skulpturen, Keramiken und Bronzen über Collagen und Textilarbeiten bis hin zu riesigen Gemälden mit Sprühfarbe reicht. In seinen Werken verwebt er eine Vielzahl unterschiedlicher autobiografischer, kunsthistorischer und soziologischer Quellen. Durch Dekonstruktion und Neukonstruktion arbeitet er an der Idee eines nicht-hierarchischen und grenzlosen Universums. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster gibt mit einer Auswahl seiner Werke aus der Zeit von 2008-2016, einen Einblick in sein vielschichtiges künstlerisches Schaffen.

Jeff Wall

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der kanadische Künstler Jeff Wall gehört zu den einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In seinen aufwändig inszenierten Bildkompositionen verbindet er das Narrativ des Kinos mit der Malerei. Bekannt wurde er durch seine großformatigen Leuchtkastenbilder, die formal eher an die Welt der Werbung als an die der bildenden Kunst erinnern. Mit dieser Technik revolutionierte er das Medium Fotografie und verschaffte ihm einen gleichberechtigten Platz neben Malerei und Skulptur. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster präsentiert eine Auswahl seiner ikonischen Leuchtkastenbilder aus den 1990er Jahren.

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