Zwischen Dokumentation und Fiktion bewegen sich die Videoinstallationen und Fotografien von Doug Aitken. Die Sammlung Goetz präsentiert den amerikanischen Künstler mit einer Auswahl von Arbeiten, die das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Zivilisation thematisieren in ihrem Medienbereich BASE103.
Der Ausbruch des Vulkans Soufrière Hills 1995 auf der Karibikinsel Monserrat ist der Ausgangspunkt für die Videoinstallation Eraser (1998). Die siebenteilige Arbeit zeigt auf einer fiktiven Wanderung, wie sich die Natur den von den Menschen verlassenen Landstrich wieder zurückerobert. I am in you (linear version) (2000) gewährt Einblicke in die Gefühlswelt eines kleinen Mädchens. In der Kombination von Bild und Sound lässt die 1-Kanal-Videoprojektion die Innen- und Außenperspektive zunehmend auseinander driften. Die fotografischen Arbeiten von Doug Aitken bilden einen eigenständigen Werkkomplex im Oeuvre des Künstlers. Ähnlich wie in seinen Videoinstallationen beschäftigt er sich darin auf eine poetische Weise mit dem Verhältnis von Zeit und Raum. Die Sammlung Goetz zeigte die Fotografien The movement (2000) und das monumentale Tryptichon Two second separation II (1999) im Lounge-Bereich von BASE 103. International bekannt wurde Doug Aitken durch seine preisgekrönte Videoinstallation Electric Earth (1999) auf der Biennale in Venedig.
feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm
In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.