Ausstellungsansicht, die die Arbeit Tala in einem Opernhaus im Foyer zeigt. Die Arbeit besteht aus der Messingskulptur eines Hausmädchens in typischer Kluft (schwarzes Kleid, weiße Schürze und Haube). Elmgreen/Dragset, Sammlung Goetz München
Bayerische Staatsoper, München

Elmgreen & Dragset: „Silent wishes and broken dreams ...“

Welch einen anregenden Dialog Theater und bildende Kunst eingehen können, zeigen exemplarisch die theatral-performativen und zudem meist installativ ausgerichteten Werke des dänisch-norwegischen Künstlerduos Elmgreen & Dragset. Die in der Bayerischen Staatsoper ausgestellten Werkgruppen reagieren in unterschiedlicher Weise auf das thematische Begriffspaar der Spielzeit 2010/11 unfrei frei und spannen zugleich einen Bogen von der Institution Theater in das reale Leben.

Die Ausstellung zeigte theatrale „Sets“, die die Schauplätze für menschliche Aktionen in ihrer Komplexität überspitzt nachbilden. So haben die Werke von Michael Elmgreen und Ingar Dragset aus dem Bestand der Sammlung Goetz in der Bayerischen Staatsoper einen in vielfacher Hinsicht bereichernden Ausstellungsort gefunden. Sie treten gleichermaßen in Dialog zum Publikum und zu den historischen Räumen des Opernhauses und versinnbildlichen eindringlich, dass gerade die Oper ein Spiegel für Wünsche und die immerwährenden Fragen nach Liebe, Eifersucht und nicht zuletzt nach gesellschaftlichen Konventionen bis heute geblieben ist. Zudem ist es die Auseinandersetzung mit den divergierenden Polen von Intimität und Öffentlichkeit und die Analyse von soziologischen Strukturen und Konflikten, die den Arbeiten von Elmgreen & Dragset einen gesellschaftlich relevanten Schwerpunkt geben und sie damit für diese außergewöhnliche Präsentation in einem öffentlichen, aber nicht musealen Kontext prädestiniert. Parallel zur Ausstellung wurden im Pavillon 21 MINI Opera Space, der temporären mobilen Spielstätte der Bayerischen Staatsoper, Kunstfilme von Elmgreen & Dragset sowie von Laurie Simmons gezeigt.

Die Ausstellung war ein Kooperationsprojekt der Bayerischen Staatsoper, des Museum Villa Stuck und der Sammlung Goetz. Sie wurde von Verena Hein und Karsten Löckemann kuratiert.

Vorschau

Cyrill Lachauer. The Sunset Route

| Kunstpalais Erlangen

feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm

In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.

 

Laurie Simmons. Dollhouse Photographs

| Deutsches Theatermuseum

Die US-amerikanische Künstlerin Laurie Simmons ist bekannt für ihre inszenierten Fotografien, auf denen sie Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern in häuslichen Interieurs präsentiert. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Sammlung Goetz, dem Theatermuseum sowie dem Filmfest München und zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren.

Sterling Ruby

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der in Los Angeles lebende US-amerikanische Künstler Sterling Ruby ist für sein gattungsübergreifendes Werk bekannt, das von Skulpturen, Keramiken und Bronzen über Collagen und Textilarbeiten bis hin zu riesigen Gemälden mit Sprühfarbe reicht. In seinen Werken verwebt er eine Vielzahl unterschiedlicher autobiografischer, kunsthistorischer und soziologischer Quellen. Durch Dekonstruktion und Neukonstruktion arbeitet er an der Idee eines nicht-hierarchischen und grenzlosen Universums. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster gibt mit einer Auswahl seiner Werke aus der Zeit von 2008-2016, einen Einblick in sein vielschichtiges künstlerisches Schaffen.

Jeff Wall

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der kanadische Künstler Jeff Wall gehört zu den einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In seinen aufwändig inszenierten Bildkompositionen verbindet er das Narrativ des Kinos mit der Malerei. Bekannt wurde er durch seine großformatigen Leuchtkastenbilder, die formal eher an die Welt der Werbung als an die der bildenden Kunst erinnern. Mit dieser Technik revolutionierte er das Medium Fotografie und verschaffte ihm einen gleichberechtigten Platz neben Malerei und Skulptur. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster präsentiert eine Auswahl seiner ikonischen Leuchtkastenbilder aus den 1990er Jahren.

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