Simmons gilt als zentrale Vertreterin der „Pictures Generation“, einer losen Gruppierung amerikanischer Künstlerinnen und Künstler, die in den späten 1970er Jahren begann, die Macht der Massenmedien und der Konsumkultur kritisch zu hinterfragen. Während Kollegen wie Richard Prince oder Sherrie Levine oft direkt Bilder aus der Werbung oder der Kunstgeschichte kopierten, schuf Simmons ihre eigenen, künstlichen Welten en miniature, um gesellschaftliche Rollenbilder zu dekonstruieren.
Die Werkgruppe In and Around the House (1978/79) von Laurie Simmons ist eine ihrer frühesten Serien und gilt als richtungsweisend für ihr späteres Schaffen. Bereits hier zeigen sich zentrale Themen wie inszenierte Innenräume, Puppen als Protagonisten und die Faszination für das Puppenhaus als Parallelwelt. Auf 56 Fotografien entfaltet sich ein vielfältiges und nicht immer alltägliches Szenario. Die Bilder scheinen Begebenheiten aus dem Tagebuch einer Hausfrau zu erzählen, die in einem verspielten Interieur der 1950er-Jahre weitaus mehr erlebt, als man vermuten würde.
Im Jahr 2000 erhielt Laurie Simmons den Auftrag, ein Puppenhaus für den kommerziellen Markt zu entwerfen. Gemeinsam mit dem Architekten Peter Wheelwright entwickelte sie für die Firma Bozart das Kaleidoscope House. Dabei handelt es sich um ein modernistisches Haus mit transparenten Farbschiebewänden, die Räume in unterschiedlich beleuchtete Bereiche gliedern. Simmons nutzte das Haus, das mit Mobiliar von zeitgenössischen Designern sowie Arbeiten von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern eingerichtet ist, auch für eine gleichnamige Fotoserie.
In ihrem Film The Music of Regret (2005/06) lässt Laurie Simmons die aus ihren Fotografien bekannten Puppen erstmals lebendig werden. Der im Stil eines Broadway-Musicals aufgebaute Film besteht aus drei Akten mit unterschiedlichen Protagonisten. Eine Ouvertüre führt in die zentralen Themen ein. Simmons führte nicht nur Regie, sondern schrieb auch die Songtexte. Bei der Produktion arbeitete sie mit zahlreichen Persönlichkeiten aus Kunst, Theater und Film zusammen.
Eine Kabinettausstellung des Deutschen Theatermuseums und der Sammlung Goetz. Programmpartner: FILMFEST MÜNCHEN 2026.