Video Still, das die comichafte Tuschezeichnung eines strahlenden Diamanten zeigt. Raymond Pettibon, Sammlung Goetz München
Sammlung Goetz | Projektion auf Außenwand

Raymond Pettibon: Sunday Night and Saturday Morning, 2005

Raymond Pettibons Arbeit Sunday Night and Saturday Morning überrascht durch eine für Videoarbeiten eher unkonventionelle Ästhetik. Pettibon stellt seine Aquarelle und Tuschezeichnungen zu einer dichten Collage bewegter Bilder zusammen, die mit ihrer sequenziellen Animation, ihrem Kolorit und dem flüchtig wirkenden Strich an Comics erinnern.

Die Integration eines comicüblichen Textteils wird hier ersetzt durch Gesprochenes, was inhaltlich oft eine Diskrepanz zwischen Text und Bild erzeugt. Einige Motive, wie die schwarze Sonne und das Baby auf dem Sprungtuch, tauchen öfter auf, werden jedoch mit unterschiedlichen Tonspuren unterlegt, so dass die Szenen verschieden interpretiert werden können. Pettibons Arbeit wirkt deswegen nicht witzig und leicht wie ein üblicher Comic, sondern wirft durch seine heterogenen Verknüpfungen und Assoziationen ernstere Fragen über die Gesellschaft im Allgemeinen auf.
Pettibons Inspirationsquelle sind die amerikanische Kultur, wie Filmstars und Comic-Held*innen, Politiker*innen, Geschehnisse aus den Nachrichten, Szenen aus dem Fernsehen, aber auch „film noir“ und Literatur der Schriftsteller Henry James und John Ruskin, sowie persönliche Erlebnisse, wie die Beobachtung der Wellenreiter*innen am Strand von Kalifornien, beeinflussen seine Arbeiten.

Sunday Night and Saturday Morning, 2005
1-Kanal-Video, Farbe, Ton
Laufzeit: 16’ 45’’
 

Vorschau

Cyrill Lachauer. The Sunset Route

| Kunstpalais Erlangen

feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm

In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.

 

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