SAMMLUNG GOETZ

Oberföhringer Straße 103
D - 81925 München

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U4 bis "Richard-Strauss-Straße". Ab "Richard-Strauss-Straße" mit Bus Nr. 188 (Richtung Unterföhring, Fichtenstrasse) bis Haltestelle "Bürgerpark Oberföhring".

Straßenbahn Nr. 16/18, Bus Nr. 54/154 bis "Herkomerplatz". Ab "Herkomerplatz" mit Bus Nr. 188 (Richtung Unterföhring, Fichtenstraße) bis Haltestelle "Bürgerpark Oberföhring".

Individuelle Fahrplanauskunft:
http://www.mvv-muenchen.de/de/home/index.html

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Informationen über Ingvild Goetz

"Neben einer formal überzeugenden Konzeption war und ist mir immer ein soziales und gesellschaftliches Engagement der bildenden Kunst sehr wichtig. Kunst, die sich auch mit ihren Mitteln einmischt, fasziniert mich."
Ingvild Goetz

Die Sammlerin Ingvild Goetz

Das, was heute die Sammlung Goetz auszeichnet als eine der weltweit bedeutenden Sammlungen von zeitgenössischer Kunst mit einem eigenen Ausstellungshaus, in dem in Wechselausstellungen Kunstwerke aus der Sammlung präsentiert werden und einer Organisationsstruktur, die mit Besucherbetreuung, eigenen Publikationen, Bibliothek, Kunstlagern, Leihverkehr und Restaurierung museale Dimensionen angenommen hat, geht auf die Initiative und Leidenschaft der Sammlerin Ingvild Goetz zurück. Sie ist die treibende Kraft hinter den vielfältigen Aktivitäten der Sammlung.

Anfänge in den 1970er-Jahren

Mit der Gründung des Grafikverlags edition art in progress in Konstanz, der von 1969 bis 1972 betrieben wurde, begann Ingvild Goetz ihr Engagement für die bildende Kunst. 1972 entstand in Zürich aus dem Grafikverlag die Galerie art in progress. Das zur Eröffnung am 14. Januar 1972 organisierte Happening von Wolf Vostell führte zur Schließung des Geschäfts in der Schweiz und dem Umzug der Galerie 1973 nach München. 1975 wurde eine Filiale von art in progress in Düsseldorf eröffnet. 1984 entschied Ingvild Goetz, die Galerie zu schließen und sich auf das Sammeln zu konzentrieren. Kunstwerke, die schon während der Zeit als Galeristin erworben worden waren, bildeten den Grundstock für die Sammlungstätigkeit der ersten Jahre, die mit der Suche und Recherche nach Werken der Künstler der Arte Povera angefüllt waren. Parallel dazu entwickelte Ingvild Goetz in dieser Zeit ihre Sammlungsstrategie, die sie bis heute weiter verfolgt und die auf zwei konzeptuellen Säulen beruht. Da ist einmal die Konzentration auf die jeweilige Gegenwart, auf eine junge Generation von Künstlerinnen und Künstlern und zum anderen das Weiterverfolgen und Vervollständigen der in der Sammlung präsenten Künstlerinnen und Künstler.

Bau des Sammlerhauses

Zu Ende der 1980er-Jahre entstand der Wunsch, Kunstwerke aus der eigenen Sammlung, die zu diesem Zeitpunkt zusammen mit Arbeiten auf Papier und Grafikmappen etwa 300 Werke umfasste, in einem privaten Rahmen aber doch museal präsentieren zu können. Als Glücksgriff erwies sich die Entscheidung 1989, die damals nur in Fachkreisen bekannten Jacques Herzog und Pierre de Meuron mit der Konzeption des Hauses zu beauftragen, das auch für die beiden Architekten den ersten Bau dieser Art darstellte und 1993 eröffnet wurde. Das Gebäude wurde ein Kleinod für die Präsentation moderner Kunst und ist durch seine abgestimmten räumlichen Dimensionen ideal für eine sehr persönliche Begegnung mit der Kunst. Obwohl das Sammlerhaus nie für die Öffentlichkeit geplant worden war, erkannte Ingvild Goetz sehr schnell die große Chance, hier Teile ihrer immer größer werdenden Sammlung dem Publikum vorstellen zu können. Gerade weil ihr bewusst wurde, dass Sammeln aktueller Kunst die Verpflichtung beinhaltet, den Werken ein öffentliches Forum zu ermöglichen, damit sie ihre ästhetische Kraft und gesellschaftliche Bedeutung entfalten können. Das eigentlich private Sammlerhaus wurde so für Besucher nach telefonischer Vereinbarung geöffnet und mit den ersten Ausstellungen schnell zu einem Anziehungspunkt für Architekten, Studenten, Künstler, Kuratoren und Galeristen und vor allem kunstinteressierte Besucher.

Heute

Mehrere Dutzend Ausstellungen hat die Sammlung Goetz inzwischen in enger Zusammenarbeit seit 1993 mit Künstlerinnen und Künstlern im zweimaligen jährlichen Wechsel für das Sammlungsgebäude aus den Beständen konzipiert. Hinzu kommen viele Ausstellungen, die in Kooperation mit anderen Instituten und Kuratoren entwickelt und realisiert wurden. Früh erkannte die Sammlerin die wachsende Bedeutung von Film und Video in der bildenden Kunst. 2004 wurde die Ausstellungsfläche um einen Bereich für die Präsentation von Medienarbeiten annähernd verdoppelt und die Sammlungstätigkeit für Film und Video verstärkt. Trotz des enormen Zeitaufwands beim Sichten der ‚time-based-media works’ wurde der Film- und Videobestand der Sammlung mit über 500 Werken inzwischen zu einer der wichtigsten Sammlungsbestände weltweit ausgebaut.

Mit ihrer langjährigen Sammlungstätigkeit hat sich Ingvild Goetz zu einer wirklichen Expertin der zeitgenössischen Kunst entwickelt. Über 5000 Werke sind in der Sammlung vertreten. Jeder Ankauf ist das Ergebnis eines Entscheidungsprozesses, auch spontan und mit dem Herzen, aber immer im Vergleich und in Abwägung zu anderen Werken der Künstlerin oder des Künstlers. Die daraus resultierende umfassende Kenntnis und das Engagement für die Kunst der Gegenwart haben ihr auch öffentliche Anerkennungen gebracht. Ingvild Goetz erhielt 2001 den Art Cologne Preis und für besondere Verdienste gegenüber der Stadt München den Kulturpreis München Leuchtet. 2007 wurde sie mit dem Montblanc de la Culture Arts Patronage Award als herausragende Persönlichkeit der Kunstwelt geehrt. Seit Juni 2011 ist sie Ehrenmitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Im November 2011 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland verliehen. 2013 erhielt sie den Bayerischen Verdienstorden für ihr Engagement in der zeitgenössischen Kunst und ihre Verdienste um den Kulturstaat Bayern.
Zudem übertrug Ingvild Goetz im Dezember 2013 in einer Schenkung das Sammlungsgebäude von Herzog & de Meuron sowie 375 Medienarbeiten an den Freistaat Bayern. Die anderen Teile der 5000 Werke großen Sammlung stellt sie für zehn Jahre der Pinakothek der Moderne, dem Haus der Kunst und dem Neuen Museum Nürnberg als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Ingvild Goetz ist darüber hinaus in verschiedenen karitativen Projekten persönlich und finanziell engagiert (Ingvild Goetz Philanthropy).




Arte, Metropolis, 18.05.2013, Ingvild Goetz im Portrait von Horst Brandenburg



Mitschnitt ZDF Aspekte Ingvild Goetz / Fischli, Weiss vom 12. November 2010



Beitrag crane.tv