Photo: Florian Holzherr

Digitale Strategie der Sammlung Goetz

Mission

Die Sammlung Goetz möchte ein breites Publikum ansprechen und möglichst vielen, unterschiedlichen Gruppen eine Auseinandersetzung mit den Werken aus dem Sammlungsbestand und eine Teilhabe an ihren Projekten ermöglichen. Neben klassischen Ausstellungen entwickelt sie hybride, digitale und barrierefreie Formate, um möglichst alle Besucher*innen auf unterschiedliche Art und Weise anzusprechen und ihnen Kunstgenuss, Erlebnisse, Weiterbildung, Austausch und Anregungen zu bieten. Die digitale Strategie soll Orientierung bei der Weiterentwicklung ihrer Angebote geben, den Status Quo dokumentieren und Leitlinien für die Zukunft aufzeigen. Sie ist eingebunden in das museale Konzept von Sammeln, Bewahren, Forschen und Dokumentieren, Ausstellen und Vermitteln.

Geschichte

Die Sammlung Goetz wurde 1993 durch die Sammlerin Ingvild Goetz gegründet und umfasst heute mehr als 5.000 Werke. Diese sind als Datensätze digital erfasst und mit dem proprietären Datenbanksystem FileMaker verbunden. Von Anfang an war es ein Anliegen, den Bestand möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Deshalb ließ die Sammlerin ein Privatmuseum errichten, in dem Besucher*innen bei freiem Eintritt die Werke in kuratierten Wechselausstellungen erleben konnten. Das Gebäude, ein Frühwerk der Architekten Herzog & de Meuron zählt heute zu den Ikonen der modernen Architektur und ist in Hinblick auf die Baustoffe, die Belichtung und die Klimatechnik nachhaltig konzipiert. 2014 schenkte sie einen Teil ihrer Sammlung und das Museum dem Freistaat Bayern, der es seitdem als eine staatliche Institution fortführt. Die übrigen Werke stehen als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Die heutige staatliche Sammlung Goetz fühlt sich in noch stärkerem Maße verpflichtet, den Bestand auf vielfältige Art und Weise den Besucher*innen zugänglich zu machen und mit niedrigschwelligen Angeboten zu vermitteln. Neben klassischen Vermittlungsformaten wie Führungen, Gesprächen, Diskussionen und Workshops eröffnen sich im Zuge des digitalen Wandels weitere Möglichkeiten, um Besucher*innen und Nicht-Besucher*innen auf neuen Wegen zu erreichen.

Dabei setzte die Sammlung Goetz von Anfang an auf den Austausch mit Expert*innen und der Vernetzung mit anderen Institutionen. 2016 bewarb sie sich um Aufnahme in das Forschungsprojekt von Christian Gries, der im Auftrag der Landestelle für Nichtstaatliche Museen eine Handlungsempfehlung für die Digitalisierung von Museen entwickelte und wurde 2017 als Pilotmuseum in der Studie aufgenommen. Im Rahmen dieses Projekts eröffneten sich zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung der Mitarbeiter*innen der Sammlung Goetz und zur Vernetzung mit anderen Institutionen.

Satus Quo

Der Relaunch der Website wurde neben dem Aufbau von Social Media Kanälen sowie der Vernetzung mit der Community zum Kernziel der digitalen Kommunikation. Die Website dient heute als Plattform für die unterschiedlichen digitalen Aktivitäten der Sammlung Goetz von der virtuellen Ausstellungspräsentation, über das Screening von Filmen aus dem Sammlungsbestand, bis hin zu Videotutorials für Kinder- und Jugendliche sowie partizipative Formate. Seit 2022 lädt nun auch die Sammlung Online zum Stöbern in den Werken der Medienkunstsammlung ein, die Schritt für Schritt erweitert wird. Alle digitalen Angebote werden evaluiert, optimiert und den Bedürfnissen der unterschiedlichen Nutzerinnen angepasst und via Newsletter kommuniziert. Dabei legt die Sammlung Goetz großen Wert auf IT-Sicherheit und Datenschutz.

Um die digitalen Kompetenzen weiterzuentwickeln und neue Projekte zu initiieren, fördert die Sammlung Goetz die Schulung ihrer Mitarbeiter*innen und stellt die dementsprechende technische Ausstattung bereit. Darüber hinaus ermöglicht und unterstützt sie mobiles Arbeiten in den Büroräumen und an anderen Arbeitsorten. Das Datenbanksystem FileMaker erleichtert vernetztes Arbeiten im Team bei Ankäufen, Dokumentation, Ausstellungen und im Leihverkehr. Darin sind sämtliche Exponate der mehr als 5.000 Werke umfassenden Sammlung mit Abbildungen, technischen Angaben, Lagerplätzen und Zustandsbeschreibungen erfasst. Ebenso ist auch die umfangreiche Bibliothek mit mehr als 8.000 Publikationen mit dem Filemaker verbunden.

Um den umfangreichen Bestand an Werken der Medienkunst zu konservieren und auch in Zukunft für Ausstellungen verfügbar zu machen, ist bereits der größte Teil der Sammlung digitalisiert und wird auf dementsprechend gesicherten Servern gelagert

Bei der digitalen Transformation der Sammlung Goetz lässt sie sich weiterhin von IT-Expert*innen, Agenturen beraten und begleiten.

Vision

Den digitalen Wandel betrachtet die Sammlung Goetz als eine Herausforderung, tradierte Vorstellungen, Strukturen und Handlungsempfehlungen in der musealen Praxis zu überdenken und zu erneuern. Mit dem Ausbau von barrierefreien digitalen Angeboten und Vermittlungsformaten will sie den permanent wandelnden Formen von Kommunikation gerecht werden und unterschiedlichen Nutzer*innen die Teilhabe, Partizipation und Vernetzung ermöglichen. Darüber hinaus möchte sie die Arbeitsprozesse der Sammlung Goetz so transparent wie möglich gestalten und Einblicke in den Arbeitsalltag geben. Mit der Weiterentwicklung von digitalen Archiven sollen Wege von der Vergangenheit in die Gegenwart aufgezeigt und in Zukunft auch für die Besucher*innen als „Wissensnetzwerke“ nutzbar gemacht werden. Nachhaltigkeit hat bei der Entwicklung von analogen und digitalen Konzepten große Priorität.

Die digitale Strategie der Sammlung Goetz ist keine festgeschriebene Position, sondern ein dynamischer Prozess, den sie im Dialog mit Kolleg*innen, den Künstler*innen, Besucher*innen und anderen Institutionen fortsetzen möchte.