AkademieGalerie

Ilinca Fechete. Memory magnified by memory of course

„Ich stelle mir eine Situation vor, in der mehrere Menschen zusammenstehen und ich eine von ihnen bin. Nacheinander wird jeweils eine Person verdeckt einem elektrischen Reiz ausgesetzt. Da die technische Verbindung für niemanden erkennbar ist, bleibt mir nur, die Gesichtsausdrücke und Reaktionen der anderen zu beobachten, um die betroffene Person zu erkennen“, erklärt die Künstlerin Ilinca Fechete. Ihre neue Arbeit, die durch den Medienkunstpreis 2026 der Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz und der Akademie der Bildenden Künste München ermöglicht wurde, ist ein Ultraschall-Soundsystem und ein visuelles Programm für einen Film.

Öffnungszeiten

Eröffnung am 4.9.2026 um 19 Uhr
Dienstag bis Samstag von 15 bis 19 Uhr
Eintritt frei

AkademieGalerie München
U-Bahnstation Universität | Zwischengeschoss | Ausgang Akademiestraße
Linien U3 / U6

Der Film zeigt Aufnahmen von Bienen und erinnert an Wilfred Sellars Anekdoten über tanzende Bienen in Kleefeldern in „Some Reflections on Language Games“. Die Bienen tanzen zur Ausstellung, während hörbare Ultraschallstrahlen im Ausstellungsraum die Videoarbeit beeinflussen, sodass Parameter für ein visuelles Bearbeitungssystem (wie Wiedergabe und Rendering) angeordnet und zusammengestellt werden und so die Navigation der Bienen in Echtzeit ständig bestimmen.

Der Titel „Memory magnified by memory of course“ bezieht sich auf das Prinzip der „aktiven Modulation“ als Verhaltensweise, d. h. eine Person passt ihr Verhalten, ihre Aufmerksamkeit und ihre Reaktion bewusst und gezielt an, um besser mit einer Situation umzugehen. Für die Arbeit wurden Lautsprecher nach folgendem Prinzip von Hand gefertigt: Modulierter Ultraschall breitet sich durch ein nichtlineares Medium aus, das als passiver Demodulator fungiert und ohne aktives Element hörbaren Schall erzeugt: Ein Wandler kann so ausgelegt werden, dass er einen schmalen Strahl modulierten Ultraschalls aussendet, der mit 100 bis 110 dBSPL stark genug ist, um die Schallgeschwindigkeit in der Luft, durch die er hindurchgeht, zu verändern. Die Luft innerhalb des Strahls verhält sich nichtlinear und extrahiert das Modulationssignal aus dem Ultraschall, was zu einem Schall führt, der nur entlang des Strahlengangs zu hören ist oder der scheinbar von jeder Oberfläche ausgeht, auf die der Strahl trifft.

Ausgehend von den Zusammenhängen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens untersucht die Arbeit die vielfältigen Möglichkeiten, mit denen wir Sinn beschreiben und erfahren. Dabei greift sie auf Systeme der Informationsordnung zurück, in denen Bilder zu einer Serie werden, Wörter eine Grammatik annehmen und das Leben anhand seiner Eigenschaften erfasst wird.

Ilinca Fechete (geb. 2002) wurde in Târgu Mureș geboren und lebt derzeit in München. Ihre Kunst umfasst Fotografie, Installation, Skulptur, Ton, Video, Zeichnung und Text. Im Mittelpunkt ihrer künstlerischen Praxis stehen das Visuelle als kuratorisches Konzept, Ursache und Funktionalismus aus philosophischer Theorie, psychosozialer Kognition, Linguistik und realen Ereignissen.

Aktuell

Sterling Ruby

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der in Los Angeles lebende US-amerikanische Künstler Sterling Ruby ist für sein gattungsübergreifendes Werk bekannt, das von Skulpturen, Keramiken und Bronzen über Collagen und Textilarbeiten bis hin zu riesigen Gemälden mit Sprühfarbe reicht. In seinen Werken verwebt er eine Vielzahl unterschiedlicher autobiografischer, kunsthistorischer und soziologischer Quellen. Durch Dekonstruktion und Neukonstruktion arbeitet er an der Idee eines nicht-hierarchischen und grenzlosen Universums. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster gibt mit einer Auswahl seiner Werke aus der Zeit von 2008-2016, einen Einblick in sein vielschichtiges künstlerisches Schaffen.

Laurie Simmons. Dollhouse Photographs

| Deutsches Theatermuseum

Die US-amerikanische Künstlerin Laurie Simmons ist bekannt für ihre inszenierten Fotografien, auf denen sie Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern in häuslichen Interieurs präsentiert. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Sammlung Goetz, dem Theatermuseum sowie dem Filmfest München und zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren.

Cyrill Lachauer. The Sunset Route

| Kunstpalais Erlangen

feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm

In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.

 

Weitere Ausstellungen

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