SAMMLUNG GOETZ

Oberföhringer Straße 103
D - 81925 München

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U4 bis "Richard-Strauss-Straße". Ab "Richard-Strauss-Straße" mit Bus Nr. 188 (Richtung Unterföhring, Fichtenstrasse) bis Haltestelle "Bürgerpark Oberföhring".

Straßenbahn Nr. 16/18, Bus Nr. 54/154 bis "Herkomerplatz". Ab "Herkomerplatz" mit Bus Nr. 188 (Richtung Unterföhring, Fichtenstraße) bis Haltestelle "Bürgerpark Oberföhring".

Individuelle Fahrplanauskunft:
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Sammlungsbestand

Die Sammlung Goetz hat mit ihrer Sammlungstätigkeit seit Mitte der 1980er Jahre mit Kunstwerken von einigen Hundert Künstlerinnen und Künstlern ein Volumen angenommen, das sich nicht mehr in einer kurzen Übersicht vermitteln lässt. Der Bestand mehrerer tausend Werke von der kleinen Zeichnung bis zur raumfüllenden, vielteiligen Installation, von einer medialen Arbeit für einen kleinen Monitor bis zu Projektionen bewegter Bilder auf viele Projektionsflächen, die sich über mehrere Räume verteilen, sprengen den Rahmen einer solchen Darstellungsmöglichkeit. Einen guten, wenn auch nur auszugsweisen Einblick, kann das Archiv der Ausstellungen im eigenen Haus und der Ausstellungen in Kooperation mit anderen Häusern vermitteln. Soweit es Lagersituation und konservatorische Einschränkungen zulassen, können bestimmte Werke auf Anfrage für wissenschaftliche Zwecke und zur Recherche zugänglich gemacht werden.

Entwicklung und Schwerpunkte

Die Konzentration der Sammlungstätigkeit auf die jeweilige Gegenwart hat dazu geführt, dass viele der wichtigen künstlerischen Entwicklungen und Fragestellungen der beiden Jahrzehnte vor und des Jahrzehnts nach der Jahrtausendwende in der Sammlung vertreten sind. Die Sammlung fördert Kunst, die sich mit der gesellschaftlichen Realität und ihren sozialen, politischen und ästhetischen Fragwürdigkeiten auseinandersetzt. Die Ausrichtung der Sammlung besteht nicht in dem Versuch, eine enzyklopädische Übersicht anhand ausgewählter Einzelwerke zu verfolgen, vielmehr werden individuelle künstlerische Positionen über die Jahre weiter verfolgt, vervollständigt und erweitert. Auf Grund dieser strukturellen Ausrichtung sind viele der bedeutenden Künstlerinnen und Künstler der vergangenen Jahrzehnte mit großen und umfangreichen Werkgruppen in der Sammlung Goetz vertreten. Bisweilen auch in einem Umfang der weltweit einmalig sein dürfte.

Die mediale Vielfalt der heutigen Kunst und die Komplexität der unterschiedlichen Ansprüche für Lagerung und Erhalt machten früh die Etablierung eigener Lagersituationen mit jeweils anderen klimatischen Parametern und Lagermöglichkeiten unter spezieller kuratorischer Betreuung für die verschiedenen Medien notwendig.

Arte Povera

Den Grundstock der Sammlung bilden Werke, die noch aus der früheren Tätigkeit der Sammlerin als Galeristin in den 1960er und 1970er Jahren stammen. Diese Bestände waren der Ausgangspunkt für eine Konzentration auf die Arte Povera. Zu Beginn der 1990er Jahre wurden so an die 100 Werke der Künstler, die der Arte Povera zugeordnet werden, zu einer umfassenden Sammlung ausgebaut. Dieses Konvolut wurde durch Dokumentarfotografien zu den Werken erweitert. Beide Werkgruppen wurden in einer Wanderausstellung zwischen 1997 und 1999 unter dem Titel Arte Povera, Arbeiten und Dokumente aus der Sammlung Goetz, 1958 bis heute in Bremen, Nürnberg, Köln, Wien, Göteborg und München der Öffentlichkeit präsentiert. 2012 zeigte das Kunstmuseum Basel erneut diesen Bestand unter dem Gesichtspunkt der aktuellen kunsthistorischen Diskussion.

Arbeiten auf Papier

Parallel wurde der Grundstock für eine Sammlung von Arbeiten auf Papier geschaffen. Das komplette grafische Werk von Fred Sandback mit einzigartigen Probedrucken und die vollständige Grafik von Blinky Palermo bilden hier den Ausgangspunkt. Diese wichtigen Werkgruppen wurden im Rahmen der Ausstellung When Now is Minimal im Grafikkabinett des Museion in Bozen präsentiert. Fast alle Künstlerinnen und Künstler in der Sammlung, die auch zeichnerisch, malerisch oder grafisch auf Papier arbeiten, sind vertreten. Die grafische Sammlung allein umfasst inzwischen weit über 1000 Blätter und beinhaltet viele mehrteilige Mappenwerke.

Malerei, Skulptur, Installation

In den 1990er-Jahren lag ein Interesse auf den Young British Artists mit einem deutlichen Schwerpunkt auf den Werken von Künstlerinnen. Bedeutende Werkgruppen von Tracey Emin, Mona Hatoum, Sarah Lucas oder Rachel Whiteread stehen so neben Werken von Douglas Gordon oder Willie Doherty. Parallel dazu wurden amerikanische Künstlerinnen und Künstler gesammelt. Werke von Félix González-Torres, dessen Porträt von Ingvild Goetz das einzige, permanent installierte Werk in der Sammlung ist, Robert Gober, Roni Horn, Mike Kelley, Karen Kilimnik, Cady Noland, Richard Prince und Andrea Zittel sind hier unter vielen anderen zu erwähnen.
Emotion – Junge britische und amerikanische Kunst aus der Sammlung Goetz eine Ausstellung, die 1998/99 in den Deichtorhallen in Hamburg gezeigt wurde, dokumentierte diese Entwicklung der Sammlung. 2002 präsentierte die Kunsthalle Baden-Baden Die Wohltat der Kunst – Postfeministische Position der Neunziger Jahre aus der Sammlung Goetz und konzentrierte sich auf die umfangreiche Präsenz der Arbeiten von Künstlerinnen in der Sammlung.
Das komplexe Zusammenspiel der unterschiedlichen Medien bei der Bilderzeugung und Gestaltung eigener Bildwelten in der aktuellen Kunst wurde zwischen 2005 und 2007 in einer fünfteiligen Ausstellungsserie, die Malerei in ihren Mittelpunkt stellte, im eigenen Haus aus den Beständen thematisiert. IMAGINATION BECOMES REALITY Part 1: Expanded Paint Tools, Part 2: Painting Surface Space, Part 3: Talking Pictures, Part 4: Borrowed Images, Part 5: Fantasy and Fiction. 2007 wurde diese Ausstellungsfolge im ZKM Museum für Neue Kunst in Karlsruhe unter dem Titel Imagination Becomes Reality. Eine Ausstellung zum erweiterten Malereibegriff zusammengefasst.
Einen Rückblick auf die Anfänge der Sammlung Goetz wagte die Ausstellung Happy Birthday! 20 Jahre Sammlung Goetz 2013 anlässlich des Jubiläums.

Auch viele einzelne Künstlerpersönlichkeiten wie Thomas Schütte, Rosemarie Trockel, Francis Alÿs oder Fischli und Weiss sind mit umfassenden Werkgruppen in der Sammlung präsent und wurden auch in Einzelausstellungen im Museum der Sammlung präsentiert. Mit dem Hinweis auf große Konvolute von Jonathan Lasker, Caroll Durham, Jessica Stockholder, Yayoi Kusama, Reiner Ruthenbeck oder Gerwald Rockenschaub kann die Vielschichtigkeit der Sammlung nur angedeutet werden. Einen Überblick auf minimalistische Tendenzen in der Sammlung Goetz gab das gemeinschaftliche Ausstellungsprojekt When Now is Minimal des Neuen Museums in Nürnberg, des Museion in Bozen und der Sammlung Goetz.
In der jüngeren Zeit kamen Kunstwerke von Dadamaino, Carla Accardi, Mario Schifano, Geta Brătescu, Sterling Ruby, Tatiana Trouvé und Seth Price hinzu.

Fotografie

Parallel entwickelte sich die Fotografie, die neben ihrer zentralen Funktion als bilderzeugendes Werkzeug für Nachrichtenerstattung, Dokumentation und Werbung ein selbstständiges künstlerisches Medium geworden ist, zu einem weiteren Sammlungsschwerpunkt. Werke von Cindy Sherman, Jeff Wall, Stan Douglas, Tracey Moffat, Thomas Demand, Andreas Gursky, Peter Feldmann und Candida Höfer traten neben historische Positionen wie August Sander, William Eggleston, Diane Arbus oder Nan Goldin und wurden beispielsweise erweitert mit Werkgruppen von Wolfgang Tillmans oder Sven Johne.
2011 zeigte das Museum Villa Stuck, München, mit Street Life and Home Stories – Fotografien aus der Sammlung Goetz einen Einblick in diesen Sammlungsbestand.

Media Work

Der Erwerb des fünfteiligen CREMASTER Zyklus von Matthew Barney, großer Video- und Filminstallationen von Doug Aitken, Stan Douglas oder Kutluğ Ataman bildeten neben vielen anderen Film und Videowerken den Startpunkt für eine intensive Konzentration auf time-based-media Werke. Mit über 500 Video- und Filmarbeiten im Kernbereich aus den späten 1990er Jahren bis in die Jetztzeit dürfte die Sammlung Goetz weltweit eine der umfangreichsten Sammlungen aufgebaut haben.
Das ZKM Museum für Neue Kunst in Karlsruhe zeigte bereits zweimal Übersichtsausstellungen 2003 fast forward. Media Art Sammlung Goetz und 2010 fast forward 2. The Power of Motion – Media Art Sammlung Goetz.
Mit dem Haus der Kunst in München wurde 2011 eine Zusammenarbeit begonnen, Sammlung Goetz im Haus der Kunst. Der ehemalige Luftschutzkeller wurde für die Präsentation von Film und Video adaptiert. Ab 2011 werden zwei Mal im Jahr Wechselausstellungen der Medienarbeiten der Sammlung gezeigt.


Zum 1.1.2014 schenkte Ingvild Goetz 375 Werke der Medienkunst dem Freistaat Bayern. Somit konnte eine große Lücke im Bestand der Bayerischen Museen geschlossen werden.