Der amerikanische Künstler Gary Hill untersucht die Wahrnehmung und Zusammenhänge von Bild, Ton und Sprache. In Remarks on Color (1994), einer 1-Kanal-Videoprojektion, wird ein Text von Ludwig Wittgenstein zum Gegenstand seiner Arbeit.
Die Komplexität der Sprache von philosophischen Texten hat so manchem Leser schon große Schwierigkeiten bereitet. Wie aber muss es erst für ein Kind sein, ein solches Werk zu lesen? Dieser Frage geht Gary Hill in seiner 1-Kanal-Videoinstallation Remarks on Color (1994) nach. Er lässt darin ein etwa 10-jähriges Mädchen das 1951 von Ludwig Wittgenstein publizierte Traktat „Bemerkungen über Farbe“ lesen. Trotz großer Anstrengung bleibt der Lesefluss stockend, sodass es auch dem erwachsenen Zuhörer schwerfällt, den Inhalt zu verstehen. Deshalb verlagert sich die Aufmerksamkeit bald auf das projizierte Bild. In der deutschen Version ist dort das Mädchen in einem grünen Pullover vor schwarzem Hintergrund mit der roten zweisprachigen Ausgabe in seinen Händen zu sehen. Die Sammlung Goetz zeigt die Arbeit von Gary Hill in der Filmbox im Untergeschoss des Museums.
feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm
In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.