© David Claerbout/VG BILD-KUNST, Bonn
Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Aschemünder

Die Ausstellung Aschemünder bildete den Auftakt einer Kooperation zwischen der Sammlung Goetz und dem Haus der Kunst. In den 13 kabinettartigen Räumen des Luftschutzkellers im Haus der Kunst wurden bis 2014 in halbjährlichem Wechsel eine Auswahl aus der Film-und Medienkunst der Sammlung Goetz gezeigt. Als erste Präsentation hat Aschemünder das von den Räumen vorgegebene Thema aufgegriffen. Die ausgewählten Filme beschäftigen sich mit Kriegserlebnissen und Kriegsfolgen, reflektiert sowohl aus der Sicht des Militärs als auch aus der Sicht einzelner Überlebender der Zivilbevölkerung.

Mit Hans Op de Beeck, David Claerbout, Willie Doherty, Juan Manuel Echavarría, Harun Farocki, Omer Fast, Mona Hatoum, Sven Johne, William Kentridge, Tracey Moffatt, Óscar Muñoz, Marcel Odenbach, Anri Sala, Sam Talor-Wood und Zhou Hongxiang.

Die Werkauswahl hat keine klare Unterteilung in Filme über Täter*innen auf der einen und Filme über Opfer auf der anderen Seite präsentiert. Mehrere Filme zeigen Überlebende, deren Gesichter von ihren Erlebnissen oder Taten gezeichnet sind, so beispielsweise in Juan Manuel Echavarrías Bocas de Ceniza: die Protagonist*innen schildern ihre Erinnerung an ein Massaker an der kolumbianischen Bevölkerung in selbst komponierten Sprechgesängen. In Anri Salas Arbeit Nocturnes verbringt ein ehemaliger Heckenschütze die Nächte mit Kriegsspielen vor der Playstation – schlaflos, weil vor seinem inneren Auge immer wieder das Gesicht seines ersten Opfers erscheint. In In stillen Teichen lauern Krokodile von Marcel Odenbach versuchen Dorfbewohner*innen in Ruanda nach dem Massaker der Hutu an den Tutsi, ihr Leben als Farmer*innen wieder aufzunehmen.
In den Filmen von Mona Hatoum und Tracey Moffatt ist Krieg und Entwurzelung der traumatische Hintergrund des familiären Alltags. Beide Filme tragen autobiografische Züge, und in beiden spielt die Bindung zur Mutter eine zentrale Rolle. Im Zentrum der Arbeiten von William Kentridge, David Claerbout und Hans Op de Beeck stehen die Auswirkungen von Krieg und Zerstörung auf die Landschaft. Óscar Muñoz und Sam Taylor-Wood setzen mit ihren Arbeiten Biografías und Still Life Zeichen allgemeiner Vergänglichkeit.

Aschemünder.
Sammlung Goetz im Haus der Kunst

117 Seiten, 297 Abb., Softcover
Deutsch/Englisch
2011, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern
ISBN 978-3-7757-2974-1
€ 10,00

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Vorschau

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Au rendez-vous des amis. Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz

| Pinakothek der Moderne

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Im frühen 20. Jahrhundert bereitete die Avantgarde den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Linie sowie Perspektive und entwarf Modelle für die Gestaltung einer neuen Gemeinschaft. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit dem Erbe der Moderne auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf.
Diese positiven wie kritischen Impulse zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne, bei der circa 120 Werke in Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz treten. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur, Arbeiten auf Papier sowie teilweise erstmals ausgestellte Bildteppiche erweitert.

© Cyrill Lachauer

Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

| Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten geschaffen.

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