© Roni Horn, photo: Philipp Schönborn
Sammlung Goetz

Felix Gonzalez-Torres – Roni Horn

„Beim Reisen geht es auch um’s Sterben. Es geht letztlich um den Tod.“ (Felix Gonzalez-Torres)

Der Austausch von Gold steht am Beginn des Dialogs zwischen Felix Gonzalez-Torres und Roni Horn. Tief bewegt über ihre Arbeit Forms from the Gold Field (1980-82), einer hauchdünnen, fragilen Matte aus zwei Pfund purem Gold, äußerte Torres gegenüber der Künstlerin seine Bewunderung. Einige Tage später schickte Horn ihm ein rechteckiges Goldblatt als Zeichen ihrer Verbundenheit. Damit spielte sie nicht nur auf die gemeinsame künstlerische Vision, sondern auch auf Torres skulpturale Stapel von Papier an, mit der er Ausstellungsbesucher zur Teilhabe am Kunstwerk aufforderte. Torres widmete ihr darauf seine Arbeit Untitled / Placebo – Landscape for Roni (1993), ein riesiges Feld aus in Goldzellophan verpackten Bonbons.

Die Sammlung Goetz vereint die beiden gegensätzlichen Künstler*innen, die auch über das Gold hinaus viel gemeinsam haben, in einer Ausstellung. Sowohl Gonzalez-Torres als auch Horn beschäftigen sich mit der Metaphysik des Reisens, der Transformation von Orten, der Erinnerung und Vergänglichkeit. Zu sehen sind Installationen, Skulpturen, Objekte, Fotografien und Zeichnungen der 1980er und 1990er Jahre.

Felix Gonzalez-Torres hat für den Neubau von Herzog & de Meuron ein Porträt von Ingvild Goetz geschaffen. Das Schrift-Bild aus persönlichen und kollektiven Erinnerungen der Sammlerin wurde auf die semitransparenten Fensterbänder aufgeklebt und ist somit dauerhaft mit dem Gebäude verbunden. Temporär ist hingegen Gonzalez-Torres-Plakataktion seiner Arbeit Untitled (1992), im öffentlichen Raum. Während der Dauer der Ausstellung plakatierte er die Fotografie eines Mannes hinter einem Gaze-Vorhang an verschiedenen Orten in München.

Zur Ausstellungseröffnung findet am 15. Mai 1995 in der Akademie der Bildenden Künste ein Kolloquium mit Vorträgen von Felix Gonzalez-Torres und Roni Horn statt.

Felix Gonzalez-Torres – Roni Horn

88 Seiten, 66 Abb., Softcover
Deutsch/Englisch
1995, Kunstverlag Ingvild Goetz GmbH, Hamburg

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Vorschau

© Cyrill Lachauer

Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten geschaffen.

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