Auf dieser Schwarzweißaufnahme ist eine Modell-Skyline aus Zuckerwürfeln, von der weißer Nebel aufsteigt, zu sehen. Hans Op de Beeck, Sammlung Goetz München
Sammlung Goetz

Hans Op de Beeck. Stille Kulisse und wandernde Komparse

Ein Spiel mit der Illusion treibt der belgische Künstler Hans Op de Beeck. Mit seinen Installationen, Videos, Skulpturen und Zeichnungen in der Sammlung Goetz entführt er die Betrachter*innen in eine imaginäre Welt, in der sich Realität und Fiktion überlagern.

Bildender Künstler, Bühnenbildner oder Regisseur – Hans Op de Beeck lässt sich nicht auf ein einziges Genre festschreiben. Er agiert virtuos in allen künstlerischen Gattungen und schafft Szenarien, in die die Betrachter*innen miteinbezogen werden. Für die Ausstellung in der Sammlung Goetz hat er mit seinen Arbeiten aus dem Sammlungsbestand eine ortsbezogene Inszenierung entwickelt. Wie Perlen an einer Schnur fügen sich die Werke zu einer Geschichte, die durch die einzelnen Räume führt. Der Handlungsablauf bleibt dabei bewusst offen, denn Op de Beeck gibt mit seinen Werken ein breites Assoziationsfeld vor, in das die Betrachter*innen mit ihren eigenen Erfahrungen und Erinnerungen eintauchen können.

Bekannt wurde der 1969 geborene und in Brüssel lebende Künstler durch seine begehbaren, atmosphärischen Environments. „Es gefällt mir, dass die Zuschauer*innen meiner Arbeiten eigenartige körperliche Erfahrungen machen, etwa wenn die Größenverhältnisse nicht stimmen“, erklärte er in einem Interview. Ingvild Goetz hat das Werk des Künstlers in seiner ganzen medialen Vielfalt gesammelt. So bietet die Ausstellung von den Videoinstallationen aus den 1990er Jahren, über Skulpturen und Arbeiten auf Papier bis hin zu seinen großen Environments einen Überblick auf sein künstlerisches Schaffen der letzten 15 Jahre. Ein Schwerpunkt bilden seine Stillleben und Interieurs, die in Dialog mit der Architektur des einst als Privatmuseum geplanten Ausstellungsgebäudes stehen.

Kuratiert von Karsten Löckemann

Hans Op de Beeck. Stille Kulisse und wandernde Komparsen

112 Seiten, 50 Abb., Softcover
Deutsch/Englisch
2014, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern
ISBN 978-3-7757-3839-2
€ 25,00

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Vorschau

Gutai. Sammlung + Goetz

| Pinakothek der Moderne | Sammlung Moderne Kunst

Die Sammlung Moderne Kunst präsentiert seit 2019 in der Pinakothek der Moderne im Rahmen des Formats Sammlung+ künstlerische Entdeckungen, Neuerwerbungen sowie thematische Schwerpunkte im Zusammenspiel mit Partnern und Stiftungen. Auf diese Weise werden neue Perspektiven auf die Sammlungen eröffnet, Einblicke in die Forschungsarbeit gegeben und Dialoge hergestellt. In diesem Rahmen wird eine Auswahl von Gemälden der japanischen Künstlergruppe Gutai aus dem Bestand der Sammlung Goetz in Saal 23, innerhalb einer Raumflucht präsentiert, die nahezu zeitgleiche regionale und deutsche Abstraktionsphänomene unter dem Titel „Walk the Line“ fokussiert. 1954 vom abstrakten Maler Jiro Yoshihara gegründet, gehört sie mit der Verbindung von Aktion, Abstraktion und Materialität zu den innovativsten künstlerischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts.

Begegnungen. Künstlerische Perspektiven auf das Kino

| Deutsches Theatermuseum München

Anlässlich des Filmfest München präsentiert die Sammlung Goetz in Kooperation mit dem Deutschen Theatermuseum Filme von Künstlerinnen und Künstlern, die ästhetische Strategien des Kinos aufgreifen. Durch innovative Techniken und experimentelle Erzählformen bieten die gezeigten Werke eine vielschichtige Reflexion über das Medium Film. Um die ganze Bandbreite künstlerischer Perspektiven zu erleben, wird ein umfangreiches, wechselndes Programm zusammengestellt und in einem eigens dafür eingerichteten Kino im Obergeschoss des Deutschen Theatermuseums gezeigt. Eine Leselounge im Vorraum lädt ein, mehr über die gezeigten künstlerischen Positionen zu erfahren.

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