© Jochen Kuhn
Filmmuseum, München

Jochen Kuhn. Filmabend mit Künstlergespräch

Für seinen Film Sonntag 3 wurde Jochen Kuhn mit dem Deutschen Kurzfilmpreis in Gold (Goldene Lola) ausgezeichnet. Aus diesem Anlass zeigt das Filmmuseum in Kooperation mit der Sammlung Goetz und dem Künstler eine Auswahl seiner Kurzfilme.

Mit Witz und Ironie schildert Jochen Kuhn seine filmischen Bildergeschichten. Auf zumeist düsteren sepiafarbenen Bildgründen entwickeln sich absurde Begegnungen, die rasch an Dramatik gewinnen. Kuhn malt, klebt, collagiert, verwischt und übermalt die Inhalte der einzelnen Filmsequenzen. Der gestisch expressiven Bildsprache setzt er den nüchternen Tonfall seiner Erzählstimme gegenüber. Sie erscheint wie ein innerer Monolog, den der Autor mit sich selbst führt.
Ingvild Goetz ist auf einem Festival auf das Werk von Jochen Kuhn aufmerksam geworden und sammelt seitdem seine Arbeiten. Dabei interessiert sie sich nicht nur für seine Filme, sondern auch für die Zeichnungen, Collagen und Fotografien, die in diesem Zusammenhang entstehen. Denn Kuhn hatte zunächst Malerei in Hamburg studiert, bevor er 1972 seine Laufbahn als Filmemacher begann.
Obwohl Jochen Kuhn in seinen Filmen viele Fragen aufwirft, ohne sie zu beantworten, verlässt die Zuschauer*in niemals mutlos das Kino. Vielmehr vermittelt der Autor eine tröstende Perspektive auf das alltägliche Ungemach im menschlichen Leben.

 

Programm:

Silvester, 1992/93
Jochen Kuhn wagt einen vorsichtigen Rückblick auf das vergangene Jahr.
Buch, Malerei, Kamera, Sprecher, Musik und Produktion: Jochen Kuhn
Ton, Schnitt: Olaf Meltzer
16/35 mm, 14 Min., 1992/93

Neulich 2, 2000
In dem zweiten Teil aus Jochen Kuhns Reihe zu alltäglichen Begebenheiten schildert der Autor einen sonderbaren Besuch bei einer Ärztin.
Buch, Malerei, Kamera, Sprecher, Musik und Produktion: Jochen Kuhn
Ton, Schnitt: Olaf Meltzer
35 mm, 8 Min. 30 Sek., 2000

Neulich 3, 2002
Beim Warten an der Bushaltestelle wird der Erzähler unfreiwillig Zeuge einer modernen Liebesgeschichte mit überraschendem Ausgang.
Buch, Malerei, Kamera, Sprecher, Musik und Produktion: Jochen Kuhn
Ton, Schnitt: Olaf Meltzer
35 mm, 6 Min., 2002

Sneak Preview, 2013

9‘46‘‘

Sonntag 1, 2005
Im ersten Teil seiner Trilogie von Sonntagsausflügen begleiten wir einen Flaneur durch die morgendliche Stadt.
Buch, Malerei, Kamera, Musik, Produktion: Jochen Kuhn
Sprecher: Jörg Pleva
Ton, Schnitt: Olaf Meltzer
35 mm, 6 Min., Farbe, 2005

Sonntag 2, 2010
An diesem Sonntag besucht der Autor die letzte Vorstellung des Krause-Theaters, das geschlossen werden soll.
Buch, Malerei, Kamera, Musik, Sprecher und Produktion: Jochen Kuhn
Schnitt, Mischung: Olaf Meltzer
Digital Video, 11' 30", 2010

Sonntag 3, 2012
In dem mit der Goldenen Lola ausgezeichneten Film hat der Protagonist ein Blind Date mit der Kanzlerin.
Buch, Malerei, Kamera, Musik, Sprecher, Produktion: Jochen Kuhn
Schnitt, Mischung: Olaf Meltzer
Gefördert von MFG Baden-Württemberg
Digital Video, 14', 2012

Die Auswahl der Kurzfilme hat Jochen Kuhn zusammengestellt, der auch das Programm moderiert. Im Anschluss führt der Regisseur Christian Wagner ein Gespräch mit dem Künstler.

Vorschau

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Au rendez-vous des amis. Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz

| Pinakothek der Moderne

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Im frühen 20. Jahrhundert bereitete die Avantgarde den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Linie sowie Perspektive und entwarf Modelle für die Gestaltung einer neuen Gemeinschaft. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit dem Erbe der Moderne auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf.
Diese positiven wie kritischen Impulse zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne, bei der circa 120 Werke in Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz treten. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur, Arbeiten auf Papier sowie teilweise erstmals ausgestellte Bildteppiche erweitert.

© Cyrill Lachauer

Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

| Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten geschaffen.

Weitere Ausstellungen

zum Ausstellungsarchiv

Um für Sie unsere Website zu optimieren, nutzen wir Cookies. Mit der weiteren Nutzung stimmen Sie der Verwendung zu. Einverstanden!

mehr erfahren