© Nathalie Djurberg/VG BILD-KUNST, Bonn
Sammlung Goetz BASE 103

Nathalie Djurberg

„It’s a stop motion technique, meaning you have an object, you take a picture of it and then you move it a tiny bit, take another picture, etc… Then you transfer it to your computer and voilà you have a film. It is very important to me that the idea comes first and the technique drags behind.” (Nathalie Djurberg)

Nathalie Djurberg führt bei ihren Animationsfilmen im Stile der claymation selbst Regie und Kamera. Sie ist für die technische Umsetzung, die Kostüme, die Figuren und die Anfertigung der Schauplätze aus Pappmaschee und Knetmasse verantwortlich. Jedes Bild wird aufwendig in Stop-Motion-Technik mit einer Mini-DV-Videokamera einzeln aufgenommen. Häufig bleiben dabei die Spuren der Herstellung, wie beispielsweise die Fäden der Puppen oder ihre eigenen Hände sichtbar, was eine naiv unbekümmerte Machart der Filme evoziert, die sich deutlich von der glatten Perfektion großer Disney-Studioproduktionen unterscheidet. Das wird auch deutlich an den oft verstörenden und provokanten Bildern und visuellen Erzählungen, die um Themen wie Erotik, Sexualität, Gewalt, Liebe, Macht und Ohnmacht, Masochismus, Sadismus aber auch Verletzlichkeit, Sehnsucht und Geborgenheit kreisen. Hungry Hungry Hippoes (2007) zeigt drei halb nackte, mit Dessous erotisch stark aufgeladene Frauenfiguren aus Trikotstoff gefertigt, die in ihrer gewaltigen Leibesfülle wirklich an Nilpferde erinnern. Mit einem zarten, nackten, schwarzafrikanischem Knaben in einer Umkleide treiben sie ein schauerliches Spiel, das im Assoziationsfeld zwischen Zuwendung und Missbrauch changiert. Djurberg spielt in ihren Arbeiten bewusst mit den Phantasien der Zuschauer*innen. Sie verwandelt die vermeintliche Unschuld der eher aus dem Kinderprogramm stammenden Animationsfilme in die komplexe, erotisch beladene und psychisch überladene Imagination der Erwachsenen. Die Betrachtenden werden zu Voyeuren wildester Phantasien zwischen Faszination und Ekel, zwischen Tabu und Grenzüberschreitung.

Ihr Kollege Hans Berg komponiert den elektronischen, intensiven Soundtrack, der die Stimmung der Filme steuert und dramatisiert.

Vorschau

© Imi Knoebel/VG BILD Kunst, Bonn, photo: Thomas Dashuber

Imi Knoebel

Sammlung Goetz

Herbst/Winter 2021

Mit einer retrospektiven Ausstellung ehrt die Sammlung Goetz den Künstler Imi Knoebel zu seinem 80. Geburtstag. Gezeigt wird die gesamte Bandbreite seines künstlerischen Schaffens angefangen von den Schwarzweißfotografien aus den 1960er Jahren, über Collagen aus mehrfarbigem Papier, Objekten aus Betonguss bis hin zu seinen jüngsten Malereien in Acryl auf Aluminium. Die Präsentation umfasst dabei nicht nur seine geometrisch minimalistisch anmutenden Werke, sondern auch bisher wenig gezeigte expressive Malereien aus den 1980er Jahren.

© Barbara Kasten

Barbara Kasten. Works

Sammlung Goetz BASE 103

Herbst/Winter 2021

Die US-amerikanische Künstlerin Barbara Kasten hat von den 1970er Jahren bis in die Gegenwart ein beeindruckendes künstlerisches Werk geschaffen. Im Zentrum stehen ihre abstrakt-geometrischen Farbfotografien aus den 1980er Jahren, die sich dem Wechselspiel von Licht und Schatten widmen und dabei neue Raumerfahrungen bieten. Die Sammlung Goetz, die über umfangreiche Werkbestände von Barbara Kasten verfügt, hat in Kooperation mit dem Kunstmuseum Wolfsburg die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin in Europa konzipiert. Eine Auswahl der umfangreichen Retrospektive wird in den Räumen der Sammlung Goetz in München zu sehen sein.

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