© Teresa Hubbard/Alexander Birchler
Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Open End

Open End ist die vierte Präsentation von Werken aus der Sammlung Goetz, die in den 14 unterirdischen Räumen des ehemaligen Luftschutzkellers im Haus der Kunst gezeigt wird. Die für die Präsentation ausgewählten Arbeiten gehören einer Form filmischer Darstellung an, die dem modernen Roman vergleichbar ist - der offensten Form literarischer Erzählung. Die herkömmliche, linear verlaufende und auf einen Endpunkt ausgerichtete Handlung ist durch freiere Erzählformen ersetzt; gemeinsam ist den gezeigten Filmen auch, dass sie ein offenes Ende haben.

Mit Emmanuelle Antille, Pierre Coulibeuf, Sue de Beer, Sebastian Diaz Morales, Stan Douglas, Dominique Gonzalez-Foerster und Tristan Bera, Teresa Hubbard / Alexander Birchler, Isaac Julien, Ross Lipman, Laurent Montaron, Clement Page, Ann-Sofi Sidén, Saskia Olde-Wolbers und Yang Fudong.

In House with Pool von Teresa Hubbard und Alexander Birchler werden mehrere Handlungsstränge konsequent parallel geführt, ohne dass sie sich jemals berühren – das Warten einer Frau in einem gepflegten Haus, ein aus diesem Haus fliehendes und wieder zurückkehrendes Mädchen sowie der Gärtner, der ein totes Reh aus dem Swimmingpool birgt. Dabei ist nicht nur das Ende, sondern auch der Anfang der Erzählung offen. Und alles, was die Betrachter*in in eine bestimmte Reihenfolge bringt, um es zu deuten, bleibt bloße Vermutung.
In Montarons Film Balbvtio schießt ein Junge Tauben in einer alten Kirche und wickelt einer der Tauben einen Zettel vom Bein. Der Text darauf ist jedoch so deutlich bzw. undeutlich wie konkrete Poesie. Bei alldem ist die Reihenfolge der Ereignisse so lose und hat so viele Brüche wie in einem Traum.
Die Werkauswahl von Open End zeigt, dass die Regisseur*in bei der Wahl der künstlerischen Mittel und erzählerischen Techniken ebenso viele Möglichkeiten hat wie die Autor*in eines Romans. Dazu gehört das offene Ende, aber auch der Genremix, die Rahmen- und Episodenerzählung, das gesamte Spektrum von Erzählperspektiven, die Technik des Bewusstseinsstroms und die Variation über ein Grundthema.

Open End

40 Seiten, 31 Abb., Softcover
Deutsch
2012, Kunstverlag Ingvild Goetz GmbH, Hamburg
ISBN 978-3939894-00-1
€ 6,00

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Vorschau

© Imi Knoebel/VG BILD Kunst, Bonn, photo: Thomas Dashuber

Imi Knoebel

Sammlung Goetz

Herbst/Winter 2021

Mit einer retrospektiven Ausstellung ehrt die Sammlung Goetz den Künstler Imi Knoebel zu seinem 80. Geburtstag. Gezeigt wird die gesamte Bandbreite seines künstlerischen Schaffens angefangen von den Schwarzweißfotografien aus den 1960er Jahren, über Collagen aus mehrfarbigem Papier, Objekten aus Betonguss bis hin zu seinen jüngsten Malereien in Acryl auf Aluminium. Die Präsentation umfasst dabei nicht nur seine geometrisch minimalistisch anmutenden Werke, sondern auch bisher wenig gezeigte expressive Malereien aus den 1980er Jahren.

© Barbara Kasten

Barbara Kasten. Works

Sammlung Goetz BASE 103

Herbst/Winter 2021

Die US-amerikanische Künstlerin Barbara Kasten hat von den 1970er Jahren bis in die Gegenwart ein beeindruckendes künstlerisches Werk geschaffen. Im Zentrum stehen ihre abstrakt-geometrischen Farbfotografien aus den 1980er Jahren, die sich dem Wechselspiel von Licht und Schatten widmen und dabei neue Raumerfahrungen bieten. Die Sammlung Goetz, die über umfangreiche Werkbestände von Barbara Kasten verfügt, hat in Kooperation mit dem Kunstmuseum Wolfsburg die erste museale Einzelausstellung der Künstlerin in Europa konzipiert. Eine Auswahl der umfangreichen Retrospektive wird in den Räumen der Sammlung Goetz in München zu sehen sein.

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