Sammlung Goetz

Peter Fischli, David Weiss

„Fischli und Weiss öffnen ihren Kühlschrank und es entsteht ein großartiges Kunstwerk.“ (Ingvild Goetz)

Das Werk der Schweizer Künstler Peter Fischli und David Weiss zeichnet sich durch eine besondere Vorliebe für die schnell übersehenen Dinge und Situationen des Alltags aus. Diese werden auf humorvolle Weise in einer Fülle an Skulpturen, Zeichnungen, Fotografien, Diainstallationen und Filmarbeiten dargestellt. Die rund 50 Einzel- und mehrteiligen Arbeiten, die Ingvild Goetz seit 1996 sammelte, decken exemplarisch die Zeitspanne von Beginn der Zusammenarbeit beider Künstler 1979 bis zur Gegenwart ab.
Der ungewöhnliche Einsatz von Materialien und die mit ihm einhergehende Täuschung unserer Sehgewohnheiten sind bezeichnend für die Arbeiten des Schweizer Duos. Dies schlägt sich beispielsweise in einer Reihe von Objekten aus synthetischem Gummi nieder, die vom Original abgenommen wurden: ein Hundenapf, eine Schallplatte, eine Wurzel, eine Kommode, eine Frauenskulptur. Von einer außergewöhnlichen Zusammensetzung von Material und narrativer Erzählstruktur zeugt auch die fotografische Wurstserie (1980). Für ihr erstes gemeinsames Werk drapierten Fischli und Weiss Würste und Wurstscheiben auf Teppichböden, in Kühlschränken, Backöfen und zerwühlten Betten und verwandelten sie, begleitet von sauren Gürkchen und Zigarettenstummeln, zu Bestandteilen von alltäglichen Szenen, die in ironisch-subtiler Weise Ausschnitte des gesellschaftlichen Lebens nachstellen. Die Fotografie nimmt im Œuvre der Künstler einen hohen Stellenwert ein. Bedingt durch das intensive Studium ihrer Umgebung und damit verbundene Reisen innerhalb der Schweiz und später auch im Ausland, entstand im Laufe der Zeit ein mehrere Zehntausend Aufnahmen umfassendes Fotoarchiv, das vor allem seriell präsentiert wird. Die beabsichtigte Durchschnittlichkeit spiegelt ein zentrales Thema im Schaffen von Fischli und Weiss wider: das Banale, das Offensichtliche, das bewusst in den Vordergrund gestellt wird und so Fragen nach der Bedeutung des Lebens und der Kunst aufwirft.

Peter Fischli, David Weiss

192 Seiten, 144 Abb., Hardcover
Deutsch/Englisch
2010, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern
ISBN 978-3-7757-2735-8
€ 25,00

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Cyrill Lachauer. The Sunset Route

| Kunstpalais Erlangen

feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm

In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.

 

Laurie Simmons. Dollhouse Photographs

| Deutsches Theatermuseum

Die US-amerikanische Künstlerin Laurie Simmons ist bekannt für ihre inszenierten Fotografien, auf denen sie Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern in häuslichen Interieurs präsentiert. Exemplarisch für ihr Werk ist die 1978/79 entstandene Serie In and Around the House. Die Werkgruppe mit 56 Schwarz-Weiß-Fotografien, die im Zentrum der Ausstellung steht, zeigt eine Puppenfrau bei unterschiedlichen Tätigkeiten in ihrem trauten Puppenheim. Die Ausstellung Laurie Simmons. Dollhouse Photographs, die in Kooperation mit der Sammlung Goetz, dem Theatermuseum und dem Filmfest München entstand, zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren.

Sterling Ruby

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der in Los Angeles lebende US-amerikanische Künstler Sterling Ruby ist für sein gattungsübergreifendes Werk bekannt, das von Keramiken und Bronze über Collagen und Textilarbeiten bis hin zu riesigen Gemälden mit Sprühfarbe reicht. In seinen Werken verwebt er eine Vielzahl unterschiedlicher autobiografischer, kunsthistorischer und soziologischer Quellen. Durch Dekonstruktion und Neukonstruktion arbeitet er an der Idee eines nicht-hierarchischen und grenzlosen Universums. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster gibt einen Einblick in sein vielschichtiges künstlerisches Schaffen.

Jeff Wall

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der kanadische Künstler Jeff Wall gehört zu den einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In seinen aufwändig inszenierten Bildkompositionen verbindet er das Narrativ des Kinos mit der Malerei. Bekannt wurde er durch seine großformatigen Leuchtkastenbilder, die formal eher an die Welt der Werbung als an die der bildenden Kunst erinnern. Mit dieser Technik revolutionierte er das Medium Fotografie und verschaffte ihm einen gleichberechtigten Platz neben Malerei und Skulptur. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster präsentiert eine Auswahl seiner ikonischen Leuchtkastenbilder aus den 1990er Jahren.

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