Ausstellungsansicht zweier Arbeiten des Künstlers Rodney Graham im Gebäude der Sammlung Goetz. Die eine Arbeit ist ein fotografisches Dyptichon in schwarzweiß eines Reiterstandbildes, welches als skulpturaler Dachschmuck mit Himmelsrichtungsanzeigern in der Mitte des Raumes steht. Rodney Graham, Sammlung Goetz München
Sammlung Goetz

Rodney Graham

Rodney Grahams Werk besticht durch die Ambivalenz zwischen konzeptueller Strenge und humorvoller Poesie. Souverän verknüpft er darin Kulturgeschichte, Alltagserfahrungen, Wunschträume und populäre Mythen. Die Sammlung Goetz präsentiert den kanadischen Künstler in einer umfangreichen Einzelausstellung.

Die Begegnung mit dem Werk von Rodney Graham ist eine Herausforderung für die Betrachter*innen. Denn in den vermeintlich leichtfüßigen, ästhetisch ansprechenden Arbeiten des kanadischen Künstlers stecken eine Vielzahl von Verweisen zur Literatur, Musik, Kunstgeschichte und Philosophie. Graham zählt zusammen mit Jeff Wall, Stan Douglas, Ian Wallace, Ken Lum u. a. zu den Vertreter*innen der „Vancouver School“, die seit den 1980er Jahren auch international erfolgreich ist. Die Begegnung mit Konzeptkunst, Minimal Art und Performance sowie die Auseinandersetzung mit der europäisch geprägten Moderne unter Einbeziehung ihrer kanadischen Wurzeln hatten einen großen Einfluss auf die Entwicklung ihres Werks.
Rodney Graham ist erst sehr spät zur bildenden Kunst gekommen und hat sich in seiner Rolle als Künstler ständig hinterfragt. Neben fotografischen Selbstreflexionen erprobte er sich als Song-Writer, Drehbuch-Autor, Filmemacher und Schauspieler. „Es mag eine Last sein, sich immer wieder neu zu erfinden, aber es macht die Dinge interessanter“, erklärte er in einem Interview. Die retrospektive Einzelausstellung in der Sammlung Goetz gibt mit circa 45 Arbeiten von 1977-2012 aus den Bereichen Fotografie, Film, Installation, Skulptur und Malerei einen umfangreichen Einblick in sein Schaffen und zeigt seine Schnittstellen zur Literatur und Musik.

Kuratiert von Karsten Löckemann und Leo Lencsés

Rodney Graham

184 Seiten, 92 Abb., Hardcover
Deutsch/Englisch
2015, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern
ISBN 978-3-7757-4082-1
€ 30,00

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Cyrill Lachauer. The Sunset Route

| Kunstpalais Erlangen

feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm

In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.

 

Laurie Simmons. Dollhouse Photographs

| Deutsches Theatermuseum

Die US-amerikanische Künstlerin Laurie Simmons ist bekannt für ihre inszenierten Fotografien, auf denen sie Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern in häuslichen Interieurs präsentiert. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Sammlung Goetz, dem Theatermuseum sowie dem Filmfest München und zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren.

Sterling Ruby

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der in Los Angeles lebende US-amerikanische Künstler Sterling Ruby ist für sein gattungsübergreifendes Werk bekannt, das von Keramiken und Bronze über Collagen und Textilarbeiten bis hin zu riesigen Gemälden mit Sprühfarbe reicht. In seinen Werken verwebt er eine Vielzahl unterschiedlicher autobiografischer, kunsthistorischer und soziologischer Quellen. Durch Dekonstruktion und Neukonstruktion arbeitet er an der Idee eines nicht-hierarchischen und grenzlosen Universums. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster gibt einen Einblick in sein vielschichtiges künstlerisches Schaffen.

Jeff Wall

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der kanadische Künstler Jeff Wall gehört zu den einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In seinen aufwändig inszenierten Bildkompositionen verbindet er das Narrativ des Kinos mit der Malerei. Bekannt wurde er durch seine großformatigen Leuchtkastenbilder, die formal eher an die Welt der Werbung als an die der bildenden Kunst erinnern. Mit dieser Technik revolutionierte er das Medium Fotografie und verschaffte ihm einen gleichberechtigten Platz neben Malerei und Skulptur. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster präsentiert eine Auswahl seiner ikonischen Leuchtkastenbilder aus den 1990er Jahren.

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