© Saskia Olde Wolbers
Sammlung Goetz Obergeschoss

Saskia Olde Wolbers

Die ästhetisch außergewöhnlichen Filme der Künstlerin Saskia Olde Wolbers folgen einem vergleichbaren Muster: Eine Stimme aus dem Off erzählt eine Geschichte, die in fiktiv wirkenden und organisch geformten Räumen visualisiert wird, die durch Details an das Gesprochene anknüpfen. Inspiriert wird Olde Wolbers von Nachrichten und Erzählungen aus Zeitungen oder Fernsehen, die über Menschen mit besonderen Lebensgeschichten berichten, die die Künstlerin durch ihre Videos optisch und akustisch erweitert.

Die Kilowatt Dynasty (2000) zugrunde liegende Geschichte findet in der Zukunft statt und behandelt das Phänomen des Inverted-Dream-Syndroms, jener Umkehrung der Bewusstseinsebenen, bei der Schlaf-und Wachzustand durcheinander geraten. Es berichtet das ungeborene Kind von der Liebesgeschichte seiner Eltern, einer TV-Moderatorin und eines Umweltaktivisten. Die Beiden halten sich in einer Fernsehstation auf, die sich ab dem Jahre 2016 auf dem Grund des riesigen Drei-Schluchten-Stausees am Jangtsekiang befindet. In langsamen Kamerabewegungen werden die Betrachtendenan diese überwiegend monochrom gehaltenen surrealen Welten herangeführt, deren Formen beispielsweise an Wasserblasen und Unterwasserpflanzen erinnern. Hier finden die Betrachtenden eine assoziative Übereinstimmung zwischen Wort und Bild. Zudem greifen psychedelische Klänge und Naturgeräusche die biomorphen Formen auf.
Die Sets für ihre Fantasiewelten im Miniaturformat baut die Künstlerin in mitunter jahrelanger Handarbeit. Für die filmische Umsetzung arbeitet sie ohne Drehbuch. Die Sets befinden sich dabei zum Großteil in mit Farbe oder Wasser gefüllten Tanks.

Die Arbeit wurde im Obergeschoss des Ausstellungsgebäudes präsentiert.

Vorschau

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Au rendez-vous des amis. Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz

| Pinakothek der Moderne

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Im frühen 20. Jahrhundert bereitete die Avantgarde den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Linie sowie Perspektive und entwarf Modelle für die Gestaltung einer neuen Gemeinschaft. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit dem Erbe der Moderne auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf.
Diese positiven wie kritischen Impulse zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne, bei der circa 120 Werke in Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz treten. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur, Arbeiten auf Papier sowie teilweise erstmals ausgestellte Bildteppiche erweitert.

© Cyrill Lachauer

Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

| Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten geschaffen.

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