Malerei zeichnet sich heute durch eine stilistische Vielfalt, visuelle Freude und eine eigene bildimmanente Logik aus. Für die Gruppenausstellung The Mystery of Painting hat die Sammlung Goetz zehn malerische Positionen aus ihrem Sammlungsbestand ausgewählt.
Mit Ellen Gallagher, Toba Khedoori, Karen Kilimnik, Udomsak Krisanamis, Sarah Morris, Chris Ofili, Laura Owens, Lari Pittman, Neo Rauch und Matthew Ritchie.
Die Malerei ist in der Vergangenheit schon oft totgesagt worden. Trotzdem hat sie sich über die Jahrhunderte wie kaum ein anderes Medium ihre Vitalität und Vielfalt bewahrt. Die zehn Künstler in der Gruppenausstellung The Mystery of Painting verbindet nicht ein gemeinsamer Stil, sondern eine gemeinsame Haltung zur Malerei. „Gemeinsam ist ihnen, dass sie kein Bild von der Welt malen, sondern über die Welt“, erklärt Ingvild Goetz. Souverän überschreiten die Künstler die traditionellen Kategorien von ‚gegenständlich’ und ‚abstrakt’, suchen Anknüpfungspunkte in der Popkultur und Volkskunst und scheuen auch nicht die Nähe zum Dekorativen oder zum Kitsch. Die meisten gehören einer jüngeren Künstlergeneration an. Ihre Werke entstanden in den späten 1990er Jahren. Viele von ihnen sind nun erstmals in Deutschland zu sehen.
„Ich stelle mir eine Situation vor, in der mehrere Menschen zusammenstehen und ich eine von ihnen bin. Nacheinander wird jeweils eine Person verdeckt einem elektrischen Reiz ausgesetzt. Da die technische Verbindung für niemanden erkennbar ist, bleibt mir nur, die Gesichtsausdrücke und Reaktionen der anderen zu beobachten, um die betroffene Person zu erkennen“, erklärt die Künstlerin Ilinca Fechete. Ihre neue Arbeit, die durch den Medienkunstpreis 2026 der Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz und der Akademie der Bildenden Künste München ermöglicht wurde, ist ein Ultraschall-Soundsystem und ein visuelles Programm für einen Film.
Der kanadische Künstler Jeff Wall gehört zu den einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In seinen aufwändig inszenierten Bildkompositionen verbindet er das Narrativ des Kinos mit der Malerei. Bekannt wurde er durch seine großformatigen Leuchtkastenbilder, die formal eher an die Welt der Werbung als an die der bildenden Kunst erinnern. Mit dieser Technik revolutionierte er das Medium Fotografie und verschaffte ihm einen gleichberechtigten Platz neben Malerei und Skulptur. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster präsentiert eine Auswahl seiner ikonischen Leuchtkastenbilder aus den 1990er Jahren.