Rauminstallative Arbeit, die eine Maschine enthält, bestehend aus einem Zahnarztstuhl, Schwarzweißfernsehapparate, Robotertechnik, Pneumatik, einer Gitarre sowie einem Computer. Ein beweglicher Megaphonlautsprecher umgibt einen elektrischen Zahnarztstuhl. Der Stuhl ist mit einem rosafarbenen Kunstfell mit Lederriemen und Stacheln überzogen. In der Installation befinden sich zwei Roboterarme, die schweben und sich bewegen - mal wie in einem Ballett, mal greifen sie den unsichtbaren Gefangenen auf dem Stuhl mit pneumatischen Kolben an. Eine Discokugel dreht sich über dem Mechanismus und reflektiert eine Reihe von farbigen Lichtern, während eine von einem Roboterstab angeschlagene Gitarre klagt und eine Wand aus alten Fernsehern sich an- und ausschaltet und ein unheimliches Leuchten erzeugt. Janet Cardiff/George Bures Miller, Sammlung Goetz München
Haus der Kunst, München

Janet Cardiff & George Bures Miller. Werke aus der Sammlung Goetz

Mit acht Kunstwerken aus gut einem Jahrzehnt, von Playhouse (1997) und The Paradise Institute (2001), zu Cabin Fever (2004) und The Killing Machine (2007) bildet das komplexe Werk der kanadischen Künstler*innen Janet Cardiff und George Bures Miller einen Kernbestand der über 500 Medienarbeiten der Sammlung Goetz.

Das Haus der Kunst präsentiert in enger Zusammenarbeit mit den Künstler*innen und der Sammlung Goetz diesen wichtigen Sammlungsbestand in einer Einzelausstellung als umfangreiche Werkschau in den großzügigen Räumen des Südflügels unter der kuratorischen Betreuung von León Krempel. Aussagekräftige Bildwelten, mehrdeutige Erzählungen und intensive Klangstrukturen verbinden sich in den Werken zu offen angelegten und vielschichtig sinnlichen Erfahrungen, die fast spielerisch unsere Sensibilität aus ihrer häufig stupiden Einseitigkeit herauslösen. Die Werke von Janet Cardiff und George Bures Miller lassen erahnen, dass die Dinge, Objekte und Prozesse des Alltäglichen viel mehr enthalten als es eine auf das reine Funktionieren ausgerichtete Wahrnehmung vermuten lässt.

Kuratiert von León Krempel
 

Janet Cardiff & George Bures Miller.
Werke aus der Sammlung Goetz

96 Seiten, 56 Abb., Softcover
Deutsch/Englisch
2012, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern
ISBN 978-3-7757-3153-9
€ 25,00

mehr erfahren

Vorschau

Cyrill Lachauer. The Sunset Route

| Kunstpalais Erlangen

feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm

In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.

 

Laurie Simmons. Dollhouse Photographs

| Deutsches Theatermuseum

Die US-amerikanische Künstlerin Laurie Simmons ist bekannt für ihre inszenierten Fotografien, auf denen sie Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern in häuslichen Interieurs präsentiert. Exemplarisch für ihr Werk ist die 1978/79 entstandene Serie In and Around the House. Die Werkgruppe mit 56 Schwarz-Weiß-Fotografien, die im Zentrum der Ausstellung steht, zeigt eine Puppenfrau bei unterschiedlichen Tätigkeiten in ihrem trauten Puppenheim. Die Ausstellung Laurie Simmons. Dollhouse Photographs, die in Kooperation mit der Sammlung Goetz, dem Theatermuseum und dem Filmfest München entstand, zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren.

Sterling Ruby

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der in Los Angeles lebende US-amerikanische Künstler Sterling Ruby ist für sein gattungsübergreifendes Werk bekannt, das von Keramiken und Bronze über Collagen und Textilarbeiten bis hin zu riesigen Gemälden mit Sprühfarbe reicht. In seinen Werken verwebt er eine Vielzahl unterschiedlicher autobiografischer, kunsthistorischer und soziologischer Quellen. Durch Dekonstruktion und Neukonstruktion arbeitet er an der Idee eines nicht-hierarchischen und grenzlosen Universums. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster gibt einen Einblick in sein vielschichtiges künstlerisches Schaffen.

Jeff Wall

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der kanadische Künstler Jeff Wall gehört zu den einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In seinen aufwändig inszenierten Bildkompositionen verbindet er das Narrativ des Kinos mit der Malerei. Bekannt wurde er durch seine großformatigen Leuchtkastenbilder, die formal eher an die Welt der Werbung als an die der bildenden Kunst erinnern. Mit dieser Technik revolutionierte er das Medium Fotografie und verschaffte ihm einen gleichberechtigten Platz neben Malerei und Skulptur. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster präsentiert eine Auswahl seiner ikonischen Leuchtkastenbilder aus den 1990er Jahren.

Weitere Ausstellungen

zum Ausstellungsarchiv