© Julian Rosefeldt/VG BILD-KUNST, Bonn
Museum Villa Stuck, München

Manifesto. Julian Rosefeldt

Julian Rosefeldt ist mit seiner neuen Filminstallation Manifesto ein Coup gelungen, der seine früheren Arbeiten in den Schatten stellt. Für die Hauptrolle konnte er die australische Schauspielerin Cate Blanchett gewinnen, die in zwölf Episoden unterschiedliche Charaktere von der Grundschullehrerin, über die Brokerin bis hin zum Obdachlosen verkörpert. Das Museum Villa Stuck präsentiert in Kooperation mit der Sammlung Goetz die monumentale 13-Kanal-Filminstallation in einer Ausstellung.

„Manifesto ist eine Hommage an die Schönheit der künstlerischen Manifeste“, sagt Rosefeldt, „ein Manifest der Manifeste.“ Auf das Thema war er durch die Arbeit an seinem Film Deep Gold gestoßen, den er im Rahmen des Ausstellungsprojekts Der Stachel des Skorpions 2014 im Museum Villa Stuck präsentierte. Dabei handelt es sich um eine Auseinandersetzung mit L’Âge d’Or – Das Goldene Zeitalter (1929/30) von Luis Buñuel, dem Skandalfilm des Surrealismus. In den gleichen Räumen zeigt das Museum Villa Stuck nun auch die monumentale Filminstallation Manifesto. Die 13 großformatigen Projektionen verteilen sich über die zwei Stockwerke sowie die Empore und sind über die gläserne Wendeltreppe optisch und akustisch miteinander verbunden.
Die Hauptdarstellerin in allen zwölf Episoden ist die Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett, die damit ihre enorme Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt. Die Texte, die sie spricht, sind Zitate aus Künstlermanifesten vom Beginn bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, wie zum Beispiel von Kazimir Malevich, Filippo Tommaso Marinetti, Sol LeWitt oder Jim Jarmusch. Rosefeldt hat diese Zitate zu einer Textcollage zusammengesetzt und in der Gegenwart verortet, um zu zeigen, dass ihre flammenden Proteste auch heute noch relevant sind.
Die Sammlung Goetz hat das ehrgeizige Projekt von Julian Rosefeldt schon in einem sehr frühen Stadium gefördert und besitzt deshalb die Nummer 1 einer Edition von insgesamt 6 identischen Exemplaren. Neben der 13-Kanal-Filminstallation mit einer Gesamtlänge von 130 Minuten umfasst der Ankauf auch eine 1-Kanal-Version. Mit Manifesto (2014/15) konnte die Sammlung Goetz ihren Bestand an Filmen und Installationen von Julian Rosefeldt um ein weiteres Schlüsselwerk ergänzen.

Kuratiert von Cornelia Gockel und Verena Hein

Vorschau

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Au rendez-vous des amis. Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz

| Pinakothek der Moderne

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Im frühen 20. Jahrhundert bereitete die Avantgarde den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Linie sowie Perspektive und entwarf Modelle für die Gestaltung einer neuen Gemeinschaft. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit dem Erbe der Moderne auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf.
Diese positiven wie kritischen Impulse zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne, bei der circa 120 Werke in Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz treten. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur, Arbeiten auf Papier sowie teilweise erstmals ausgestellte Bildteppiche erweitert.

© Cyrill Lachauer

Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

| Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten geschaffen.

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