Das Filmstill aus der Cremaster-Reihe zeigt eine blonde, hell geschminkte Frau unter einem Tisch mit weißer Tischdecke sitzend. Sie trägt ein weißes Negligé mit heller Strapse, hat die Beine vor sich ausgebreitet und bedeckt ihren Schritt, sieht jedoch herausfordernd Richtung Kamera. Vor ihr liegen dunkle Weintrauben als Symbol angeordnet. Matthew Barney, Sammlung Goetz München
Filmmuseum München

Matthew Barney: CREMASTER 4 und 1

Die Prozesse der biologischen und psychologischen Formwerdung sind Thema des opulenten 5-teiligen CREMASTER-Zyklus von Matthew Barney.

Seit 1994 arbeitet der amerikanische Künstler an der Produktion der monumentalen Filmreihe. Sie stellt hochkomplexe Handlungsebenen dar, in denen sich historische und mythische Ereignisse mit architektonischen Vorstellungen und biologischen Modellen verbinden. Der Zyklus beginnt nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern mit CREMASTER 4 (1994), gefolgt von CREMASTER 1 (1995). Barney schrieb nicht nur das Drehbuch und führte Regie für den CREMASTER-Zyklus, sondern übernahm auch immer selbst eine der Hauptrollen.
Mit seinem Titel bezieht sich der Künstler auf den lateinischen Begriff für Hodenheber ‚Muskulus Cremaster’. Er bewirkt eine nicht willentlich beeinflussbare Kontraktion des Hodens in Abhängigkeit von äußeren Reizen.

Jeder Film kann als eigenständiges Kunstwerk bestehen und bildet gleichzeitig mit den anderen Teilen ein geschlossenes System. Das Filmmuseum zeigt in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz die ersten beiden Teile aus dem CREMASTER-Zyklus.

Vorschau

Cyrill Lachauer. The Sunset Route

| Kunstpalais Erlangen

feat. Mike Brodie, Mouse Green, Rhyw, Mia Justice Smith, Moritz Stumm

In der Ausstellung The Sunset Route im Kunstpalais Erlangen, die in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz entstanden ist, zeigt Cyrill Lachauer Arbeiten aus den Jahren 2020 bis 2025, in denen er auf Güterzügen durch die USA sowie durch Mexiko und Bosnien reiste. Im Sinne einer poetischen Ethnographie entstanden dabei Fotografien und Filme, die nun zum ersten Mal zusammen gezeigt werden. Sie alle kreisen um Fragen nach Freiheit, Selbstbestimmtheit und Widerständigkeit, wie auch um Kolonisation, Ausgrenzung und Ausbeutung.

 

Laurie Simmons. Dollhouse Photographs

| Deutsches Theatermuseum

Die US-amerikanische Künstlerin Laurie Simmons ist bekannt für ihre inszenierten Fotografien, auf denen sie Puppen in stereotypen weiblichen Rollenbildern in häuslichen Interieurs präsentiert. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit der Sammlung Goetz, dem Theatermuseum sowie dem Filmfest München und zeigt eine Auswahl ihrer Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder der amerikanischen Mittelklasse kritisch reflektieren.

Sterling Ruby

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der in Los Angeles lebende US-amerikanische Künstler Sterling Ruby ist für sein gattungsübergreifendes Werk bekannt, das von Keramiken und Bronze über Collagen und Textilarbeiten bis hin zu riesigen Gemälden mit Sprühfarbe reicht. In seinen Werken verwebt er eine Vielzahl unterschiedlicher autobiografischer, kunsthistorischer und soziologischer Quellen. Durch Dekonstruktion und Neukonstruktion arbeitet er an der Idee eines nicht-hierarchischen und grenzlosen Universums. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster gibt einen Einblick in sein vielschichtiges künstlerisches Schaffen.

Jeff Wall

| Sammlung Goetz /Schaufenster

Der kanadische Künstler Jeff Wall gehört zu den einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In seinen aufwändig inszenierten Bildkompositionen verbindet er das Narrativ des Kinos mit der Malerei. Bekannt wurde er durch seine großformatigen Leuchtkastenbilder, die formal eher an die Welt der Werbung als an die der bildenden Kunst erinnern. Mit dieser Technik revolutionierte er das Medium Fotografie und verschaffte ihm einen gleichberechtigten Platz neben Malerei und Skulptur. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster präsentiert eine Auswahl seiner ikonischen Leuchtkastenbilder aus den 1990er Jahren.

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