Kammerspiele München, Probebühne

Ryan Trecartin. Premise Place (edit 1)

Der in Los Angeles lebende Ryan Trecartin gehört zu einer neuen Künstler*innengeneration, die mit dem Internet aufgewachsen ist. In seinen Videofilmen spiegelt er die beschleunigte Gegenwart im Zeitalter allgegenwärtiger Medien. Die Kammerspiele München präsentieren in Kooperation mit der Sammlung Goetz seine große Multimedia-Installation The Premise Place (edit 1) von 2009 erstmals in Europa.

Mit superschnellen Schnitten, beschleunigtem Ton, wechselnden Charakteren und Sets fordert Ryan Trecartin die Betrachter*innen heraus. Die dauerplappernden, schrill geschminkten Schauspieler*innen erinnern an die Selbstdarsteller*innen auf Youtube und in billigen Castingshows im Fernsehen. Obwohl die Filme wie improvisierte Amateur*innenvideos im Internet erscheinen, hat Trecartin für alle ein Drehbuch geschrieben. An den Kammerspielen wagt sich nun Felix Rothenhäusler erstmals daran, eines dieser Drehbücher in einem Theaterstück zu inszenieren. The Re’Search, so der Titel, ist ein komplexes Sprachkunstwerk, das die Grenzen von Geschlecht, Klasse und Rasse sprengt. Die Textcollage von Ryan Trecartin erscheint parallel dazu als Publikation in einer zweisprachigen Ausgabe im Merve-Verlag.
Im Zusammenhang mit diesem Experiment präsentiert die Sammlung Goetz auf der Probebühne der Kammer 3 die 7-Kanal-Multimedia-Installation The Premise Place (edit 1) von 2009, zu der auch der Film The Re‘Search gehört. Die Installation wirkt wie eine begehbare Kulisse, in die Trecartin die sieben Filme auf Flat Screens und die Requisiten aus seinen Filmen als skulpturale Elemente integriert.

Kuartiert von Leo Lencsés

Vorschau

Blumenprojektion, Herbst (1998) Peter Fischli David Weiss

| Intervention der Sammlung Goetz in der Porzellan Manufaktur Nymphenburg

Anlässlich des interdisziplinären Flower Power Festivals, das die Kulturgeschichte der Blume feiert, präsentiert die Sammlung Goetz die 2-Kanal-Dia-Installation Blumenprojektion, Herbst (1998) von Peter Fischli David Weiss als Intervention in der Porzellan Manufaktur Nymphenburg. Dort treten die Ansichten aus Blumengärten und Gemüsebeeten des Schweizer Künstlerduos in Dialog mit den floralen Entwürfen von Kunsthandwerker*innen.

(K)ein Puppenheim. Alte Rollenspiele und neue Menschenbilder

| Münchner Stadtmuseum

Mehr als 30 Jahre war die Sammlung Puppentheater / Schaustellerei im Münchner Stadtmuseum als puppenhistorische Dauerausstellung präsent und ist damit selbst Geschichte geworden. Die interdisziplinäre Kooperation "(K)ein Puppenheim. Alte Rollenspiele und neue Menschenbilder" mit der Sammlung Goetz und der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums nimmt die bevorstehende Schließung und Generalsanierung des Hauses zum Anlass, um die Sammlungen für den Dialog mit Arbeiten zeitgenössischer Kunst zu öffnen.

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