© Felix Gonzalez-Torres, photo: Thomas Dashuber
Ein Ausstellungsprojekt der Sammlung Goetz im öffentlichen Raum

Felix Gonzalez-Torres, "Untitled", 1992

Die Schwarz-Weiß-Fotografie "Untitled" (1992) von Felix Gonzalez-Torres, auf der sich geisterhaft der Schatten eines Menschen auf einem Vorhang abzeichnet, gehört zu der Serie der Billboards des Künstlers. Das Konzept des Werkes sieht vor, dass der Eigentümer das Werkmotiv als öffentliches Plakat produziert. Unabhängig davon wie oft es gedruckt wird, handelt es sich immer um ein Unikat. Die Sammlung Goetz präsentiert "Untitled" (1992) im Rahmen von Various Others auf fünf Plakatflächen im öffentlichen Raum und vor dem eigenen Ausstellungsgebäude.

Felix Gonzalez-Torres hat sich in seinem Werk auf eine poetische Art mit dem Thema Tod und Vergänglichkeit auseinandergesetzt. Er verarbeitet darin auch seine eigenen biografischen Erfahrungen wie den Verlust seines Lebenspartners durch Aids und den Tod seines Vaters. Gonzalez-Torres erkrankte selbst an HIV und starb im Alter von nur 38 Jahren. 

Bekannt wurde der 1957 in Kuba geborene Künstler durch Werke wie die Aufschüttung von in farbigem Cellophan gehüllten Bonbons oder Stapeln von gedruckten Plakaten im Ausstellungsraum. Diese minimalistischen Skulpturen aus Alltagsgegenständen hatten auch einen partizipatorischen Ansatz, denn der Betrachter war dazu aufgefordert, sich daran zu bedienen, solange bis der Stapel verschwand. Somit werden sie auch zu einer Metapher für die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz.

Die wechselseitige Durchdringung der Sphären von Privatheit und Öffentlichkeit ist charakteristisch in seinem Werk. Das zeigen vor allem seine Plakataktionen im Stadtraum, die er seit 1991 durchführte. In demselben Jahr, in dem sein Partner an AIDS gestorben war, zeigte er die Fotografie des ungemachten Bettes des Paares auf riesigen Plakatwänden in New York.

Ingvild Goetz, die das Werk des Künstlers schon früh gesammelt hat, präsentierte Gonzalez-Torres 1995 in einer Doppelausstellung zusammen mit Roni Horn. Für sie hat er auch ein Porträt in Form eines minimalistischen Schriftbildes geschaffen. Es ist eines der wenigen, dauerhaft installierten Werke im Ausstellungsgebäude der Sammlung Goetz, das wegen der Sanierungsarbeiten zurzeit leider nicht zugänglich ist.

Standorte auf öffentlichen Plakatflächen in München
Auenstraße gegenüber 58
Blumenstraße / Pestalozzistraße
Marienplatz / Marienhof UG Ausgang Dienerstraße
Odeonsplatz / Verbindungsgang U 6/5
Elisabethstraße gegenüber 51
und
vor der Sammlung Goetz, Oberföhringer Str. 103

Vorschau

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Au rendez-vous des amis. Klassische Moderne im Dialog mit Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz

| Pinakothek der Moderne

Die Klassische Moderne ist mit ihrer Vielzahl von neuen künstlerischen Stilrichtungen eine Inspirationsquelle für die nachfolgenden Künstlergenerationen. Im frühen 20. Jahrhundert bereitete die Avantgarde den Weg für einen freien Umgang mit Farbe, Linie sowie Perspektive und entwarf Modelle für die Gestaltung einer neuen Gemeinschaft. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler setzen sich aber auch kritisch mit dem Erbe der Moderne auseinander und werfen Fragen zum Umgang mit Körper, Geschlecht und Identität auf.
Diese positiven wie kritischen Impulse zeigt die Neupräsentation von 13 Sälen der Klassischen Moderne, bei der circa 120 Werke in Dialog mit 80 Werken der Gegenwartskunst aus der Sammlung Goetz treten. Dabei wird der Schwerpunkt Malerei medial um Fotografie, Skulptur, Arbeiten auf Papier sowie teilweise erstmals ausgestellte Bildteppiche erweitert.

© Cyrill Lachauer

Cyrill Lachauer. I am not sea, I am not land

| Sammlung Goetz im Haus der Kunst

Cyrill Lachauer (geb. 1979 in Rosenheim, lebt und arbeitet in Berlin und Los Angeles) entwickelt seine umfangreichen Projekte auf langen Reisen, bei denen er tief in die lokalen Kulturen des jeweiligen Ortes eintaucht. Für die Ausstellung der Sammlung Goetz im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst hat er eine neue mehrteilige Installation mit Filmen, Videos, Fotografien und Texten geschaffen.

Weitere Ausstellungen

zum Ausstellungsarchiv

Um für Sie unsere Website zu optimieren, nutzen wir Cookies. Mit der weiteren Nutzung stimmen Sie der Verwendung zu. Einverstanden!

mehr erfahren