Im zweiten Teil der Ausstellung Generations. Künstlerinnen im Dialog im ehemaligen Luftschutzkeller des Haus der Kunst stehen die Erkundung des Körpers, das Ausloten seiner Grenzen und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Sexualität, Geschlecht und Identität in bewegten Bildern im Zentrum.
Videotechnik wird bereits seit ihren Anfängen als künstlerisches Medium zur Selbstreflexion und Dokumentation von Performances eingesetzt. Gezeigt werden Fotografien, Filme und Installationen von Künstlerinnen aus den 1960er Jahren bis in die Gegenwart. Dabei reicht die Palette von der spielerisch-sinnlichen Erkundung intimer Körperregionen von Pipilotti Rist über die Dekonstruktion des weiblichen Körpers in den Stop-Motion-Filmen mit Knetfiguren von Nathalie Djurberg bis hin zur Dokumentation gesellschaftspolitischer Performances von Mona Hatoum, in denen die libanesische Künstlerin buchstäblich das Innere nach außen kehrt.
„Ich stelle mir eine Situation vor, in der mehrere Menschen zusammenstehen und ich eine von ihnen bin. Nacheinander wird jeweils eine Person verdeckt einem elektrischen Reiz ausgesetzt. Da die technische Verbindung für niemanden erkennbar ist, bleibt mir nur, die Gesichtsausdrücke und Reaktionen der anderen zu beobachten, um die betroffene Person zu erkennen“, erklärt die Künstlerin Ilinca Fechete. Ihre neue Arbeit, die durch den Medienkunstpreis 2026 der Kunststiftung Ingvild und Stephan Goetz in Zusammenarbeit mit der Sammlung Goetz und der Akademie der Bildenden Künste München ermöglicht wurde, ist ein Ultraschall-Soundsystem und ein visuelles Programm für einen Film.
Der kanadische Künstler Jeff Wall gehört zu den einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In seinen aufwändig inszenierten Bildkompositionen verbindet er das Narrativ des Kinos mit der Malerei. Bekannt wurde er durch seine großformatigen Leuchtkastenbilder, die formal eher an die Welt der Werbung als an die der bildenden Kunst erinnern. Mit dieser Technik revolutionierte er das Medium Fotografie und verschaffte ihm einen gleichberechtigten Platz neben Malerei und Skulptur. Die Ausstellung im Sammlung Goetz /Schaufenster präsentiert eine Auswahl seiner ikonischen Leuchtkastenbilder aus den 1990er Jahren.